Schweizer Immobiliensektor massiv verschuldet

Die Banken in der Schweiz befinden sich in einem schwierigen Territorium. Zwischen 2014 und 2015 hat sich die Zahl der Banken deutlich verringert. Ein großes Risiko ist dabei der Immobiliensektor. Die Hypothekarforderungen im Inland haben mittlerweile ein sehr großes Ausmaß angenommen.

Das vergangene Jahr war für die Schweizer Bankenbranche von vielen Herausforderungen geprägt. Sowohl die Großbanken als auch kleinere nationale Banken sowie ausländische Banken in der Schweiz hatten mit der Aufwertung des Franken, den neuen Regelungen zu Bankengeheimnissen und abwandernden Kunden zu tun. Insgesamt schrumpfte die Zahl der Banken in der Schweiz von 275 auf 266, wie der aktuelle Bericht „Banken in der Schweiz 2015“ zeigt. Die Zahl der Beschäftigten sank von 125.289 auf 123.889.

Dennoch konnten immerhin 228 der 266 Banken einen Gewinn erwirtschaften. „Das Jahresergebnis wurde maßgeblich von hohen außerordentlichen Erträgen der Bankengruppe Großbanken (10,7 Milliarden Franken) beeinflusst“, heißt es in dem Bericht. Trotz außergewöhnlich tiefer Zinssätze sei der „Brutto-Erfolg Zinsengeschäft“ um 1,1 Milliarden auf 24,8 Milliarden Franken gestiegen. Die Zinssaufwände gingen stärker zurück als die Zinserträge.

Ein Blick in die Bilanzen der Banken zeigt jedoch eine nicht unbedeutende Schwachstelle der Banken: Im vergangenen Jahr sind die Hypothekarforderungen gegenüber dem Inland erneut gestiegen. Diese kletterten um 2,6 Prozent auf 924,7 Milliarden Franken. Das entspricht mittlerweile 30 Prozent der gesamten Bilanzsumme der Banken. Vor allem bei den Kantonalbanken und Raiffeisenbanken wurden hier große Anstiege erreicht.

Für den Finanzsektor birgt das einiges Risiko. Trotz leicht gesunkener Preise zu Beginn dieses Jahres steht der Immobilienblasenindex der UBS mit einem Wert von 1,38 weiterhin auf der zweithöchsten Gefahrenstufe. Die Politik reagiert bereits seit geraumer Zeit mit verschiedenen Maßnahmen gegen die Preisentwicklung. So verteuert ein mit dem Vertragswerk Basel III eingeführter Kapitalpuffer die Hypothekarkreditvergabe für Banken, weil eine stärkere Eigenmittelhinterlegung notwendig wurde. Seit dem Jahr 2012 müssen Antragsteller für Hypotheken zudem mindestens 10 Prozent des Kaufpreises in echten Eigenmitteln vorhalten, wozu keine Ansprüche an die Pensionskasse mehr hinzugerechnet werden können.

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