Gutachten: Wachsender Mangel an Meistern und Fachwirten

Den deutschen Unternehmen fehlen zunehmend Meister, Techniker und andere Fachkräfte mit einer zusätzlichen Fortbildung. Im März gab es in 35 von 102 dieser Fortbildungsberufe mehr offene Stellen als Arbeitslose, wie aus einem Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervorgeht. Knapp fünf Jahre vorher sei dies erst in 22 Berufen der Fall gewesen.

In dem Gutachten für das Bundeswirtschaftsministerium geht es um Fachkräfte, die nach ihrer abgeschlossenen Berufsausbildung noch eine Fortbildung etwa zum Meister, Techniker oder Fachwirt absolviert haben. Solche sogenannten Aufstiegsfortbildungen gibt es in vielen verschiedenen Branchen, etwa in der Metall- und Elektroindustrie, in der öffentlichen Verwaltung und im Gesundheits- und Sozialbereich.

Besonders stark mangele es an solchen Fachleuten in Süddeutschland, erklärte das IW. Deutlich entspannter sei die Situation in Ostdeutschland.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen sollten deswegen verstärkt überregional nach neuen Mitarbeitern suchen, riet das IW. Um den Fachkräftemängel abzumildern könnten Firmen außerdem bereits vorhandene Mitarbeiter bei einer Fortbildung unterstützen, etwa durch Freistellung oder die Übernahme von Kosten.

Schließlich biete in bestimmten Branchen auch die Digitalisierung eine Chance, das Problem zu mildern, erläuterten die Experten. So könnten etwa in der Automatisierungs- und der Elektrotechnik „computergesteuerte Maschinen“ die heiß begehrten Spezialisten entlasten.

Die Situation kommt umgekehrt den Fachleuten zu Gute, so die AFP: Fachkräfte mit Aufstiegsfortbildung hätten „derzeit das geringste Risiko, arbeitslos zu werden“, erklärte die Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD). Junge Leute sollten wissen, dass es hier den „besten Schutz“ vor Arbeitslosigkeit gebe und zugleich „sehr gute Verdienstperspektiven“.

Das IW-Gutachten.

Kommentare

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  1. pissnelke sagt:

    Dafür haben wir aber einen eklatanten Überschuß an
    Ingenieuren, Neurochirugen, Radiologen, Architekten, IT-Entwicklern, Raketentechníkern
    gegen die W.v. Braun ein Abklatsch war.

    Alles wird Gut.
    Suuupergut.

  2. Janosch sagt:

    Das ist ein statistisches Märchen! Meiner Erfahrung nach gibt es zu viele Techniker. Und selbst wenn derartige Stellen zu vergeben werden, dann so günstig wie geht.

  3. bromfietze sagt:

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, Fachwirte werden gesucht, werden auch gerne eingestellt,deren Fachwissen wird gerne genutzt, nur wenn es um die Bezahlung geht,dann wird man auf den Level von Gesellen/Facharbeitern /Pflegern abgestuft.
    Welcher Handwerksmeister/Fachwirt/Industriemeister möchte mit einem Bruttolohn von 2000 Euro nach hause gehen?