Erste Staatshilfe: Großbritannien lockert Kapitalpuffer für Banken

Nach dem Brexit-Votum hat die britische Zentralbank die Kapitalvorgaben für britische Banken gelockert, um die Wirtschaft zu unterstützen. Die Bank of England (BoE) senkte am Dienstag den sogenannten Kapitalpuffer, den Banken für mögliche Ausfälle vorhalten müssen. Dadurch könnten die Kreditinstitute bis zu 179 Milliarden Pfund an zusätzlichen Krediten für Unternehmen und Haushalte bereitstellen.

Der Kapitalpuffer wird laut BoE von derzeit 0,5 Prozent auf null Prozent gesenkt. Auf diesem Niveau soll er mindestens ein Jahr lang bleiben.

Die Bank of England werde alles tun, um die Finanzstabilität zu gewährleisten und die Realwirtschaft zu unterstützen, betonte BoE-Chef Mark Carney. Drei Viertel der britischen Banken verfügten nun über mehr Flexibilität bei der Kreditvergabe.

Der Ausschuss für Finanzpolitik der Notenbank erklärte, vieles deute auf beginnende Risiken für die Finanzstabilität nach dem Brexit-Votum hin. Der Ausblick sei „schwierig“.

Laut BoE verlor das Pfund in der Woche nach dem Referendum durchschnittlich neun Prozent an Wert. Am Dienstag rutschte die britische Währung erneut in den Keller: Das Pfund sackte vorübergehend auf 1,3121 Dollar ab und erreichte damit den tiefsten Stand seit 31 Jahren. Gegenüber dem Euro stand das Pfund bei 84,82 Pence. Die Zinsen für britische Staatsanleihen fielen auf ein historisches Tief.

Das Brexit-Votum hatte zu Panikverkäufen an den Börsen weltweit geführt. Die Bank of England erklärte bereits ein Tag nach dem Referendum ihre Bereitschaft, zur finanziellen Stabilität in Großbritannien eine Finanzspritze in Höhe von „mehr als 250 Milliarden Pfund“ bereitzustellen.

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