Midea setzt Kuka-Kauf fort

Der chinesische Hausgeräte-Hersteller Midea hat eine Woche vor dem Ablauf seines Übernahmeangebots bereits mehr als 57 Prozent der Anteile am Roboterbauer Kuka sicher.

Nicht nur die beiden Großaktionäre Voith und Loh, sondern auch fast neun Prozent der übrigen Kuka-Anteilseigner hatten Midea bis Mittwochabend ihre Anteilsscheine angedient, wie aus einer Pflichtmitteilung vom Donnerstag hervorgeht. 13,5 Prozent an Kuka hatten die Chinesen bereits vor ihrem vier Milliarden Euro schweren Übernahmeangebot gehalten.

Die hohe Andienungsquote ist ungewöhnlich: Meist lassen sich die großen Investoren bis zur letzten Minute Zeit, bis sie auf ein Übernahmeangebot eingehen. Das Angebot von Midea läuft noch bis zum 15. Juli. Weil die einzige Bedingung – das Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle – schon erfüllt ist, schließt sich eine zweiwöchige Nachfrist an, die voraussichtlich bis zum 3. August dauert.

Das Verhalten der Kuka-Aktionäre lässt darauf schließen, dass sie nicht mehr mit einer konkurrierenden, höheren Offerte rechnen. Midea bietet 115 Euro je Kuka-Aktie. Am Donnerstag lagen die Papiere bei 107,90 Euro.

Koalitionskreisen zufolge hatte Midea in Aussicht gestellt, seinen Anteil an Kuka auf 49 Prozent zu beschränken, um den Sorgen der deutschen Politik vor einem zu großen Einfluss und einem Abfluss von Technologie nach China zu begegnen. Je mehr Kuka-Aktien die Chinesen einsammeln, desto schwieriger wird es für sie aber, einen Abnehmer für die über 49 Prozent hinausgehenden Anteile zu finden. Investmentbanker bezweifeln daher, dass es am Ende zu der Deckelung kommen wird.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Rainer sagt:

    Da sieht man mal wieder, wenn genug bezahlt wird verkaufen die Geldhungrigen Anleger alles. Sogar ein Deutsches Unternehmen wie Kuka wird dann an die Chinesen verkauft, die werden dann mit Ihren billigen Arbeitskräften und Ingenieuren zu konkurrenzlosen Preisen ihre Kuka Roboter verkaufen können. Und in Augsburg gehen dann in einigen Zeit die Lichter aus und wieder wird eine Schlüsseltechnologie aus Deutschland verschwinden.
    Uns wird nur eines übrig bleiben, wir müssen uns mit Zöllen gegen dieses Ungleichgewicht
    schützen, aber wer will das schon. Den internationalen globalen Firmen ist es völlig egal wo sie produzieren, Hauptsache die Gewinne sprudeln Ihnen Milliarden in den Rachen ; die Menschen sind Ihnen in Wirklichkeit völlig egal trotz aller edlen Beteuerungen. Aber das haben unsere von der Wirtschaft abhängigen „Volksvertreter“ noch nicht verstanden oder wollen es nicht verstehen, die haben ja ihre Schäfchen im trockenen und müssen nicht von Sozialhilfe leben.

    Schönen Tag und hoffentlich gewinnen wir heute wenigstens im Fußball gegen Frankreich