Österreich: Nationalbank erwartet höhere Inflation

Ab August müssen sich die Bürger auf höhere Preise einstellen. Die Österreichische Nationalbank rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Inflation, nachdem diese in den Monaten zuvor recht niedrig gewesen war.

Lag die Inflationsrate im Mai noch bei 0,6 Prozent, wird sie ab August aufgrund fehlender preisdämpfender Effekte wieder ansteigen. Demnach soll die Inflationsrate auf 1,0 Prozent klettern. Für 2017 erwartet die Nationalbank sogar einen Anstieg auf 1,7 und 2018 auf 1,9 Prozent.

Ausschlaggebend seien dafür neben den höheren Importpreisen auch eine Zunahme der Kosten von Energie und Nahrungsmitteln. „Zudem erhöht die im Rahmen der Steuerreform angehobene Mehrwertsteuer für Beherbergungs- und Kulturdienstleistungen die Inflationsrate 2016 und 2017 um insgesamt 0,2 Prozentpunkte“, so die Österreichische Nationalbank.

Trotz der momentan niedrigen Inflationsrate befindet sich das österreichische Preisniveau weiterhin Eurostat zufolge noch über dem EU-Durchschnitt. „Vor allem bei Erziehung und Unterricht, Nahrungsmitteln, Gesundheitspflege sowie Freizeit und Kultur zählt Österreich zu den teuersten Euroraum-Ländern.“

Anders hingegen beim Lohnniveau. So ist der durchschnittliche Stundenlohn in Österreich preisbereinigt zwischen 2007 und 2015 im Jahr lediglich um 0,4 Prozent gestiegen. In Schweden, Deutschland, Frankreich, Dänemark, der Schweiz und den USA waren die Zuwächse deutlich höher. So stiegen beispielsweise die Löhne in Deutschland durchschnittlich um 1,1 Prozent und in Schweden sogar um 1,3 Prozent.

Die steigende Inflation könnte sich entsprechend auf den Konsum der Österreicher auswirken. Dieser war im vergangenen Jahr um 0,4 Prozent gestiegen und soll in diesem Jahr sogar ein Plus von 1,7 Prozent erreichen. Vor allem in den vergangenen zwei Monaten gaben die Österreicher mehr Geld aus. Die Niedrigzinspolitik der EZB hatte dazu beigetragen.

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