Österreichs Großkonzerne setzen auf Start-ups

Für Start-ups in Österreich könnte es in den kommenden Monaten durchaus spannender werden. Während die Regierung mehr junge Unternehmen fördern will planen große Konzerne nun eine Zusammenarbeit mit den Start-ups.

Die Bedeutung der frischen, jungen Unternehmen ist wirtschaftlich immer größer geworden und auch für Großkonzerne bzw. große Mittelständler kann eine Zusammenarbeit, wenn auch nur vorrübergehend, durchaus lukrativ sein.

Unter dem Namen „Innovation to Company“ sucht die Wiener Wirtschaftskammer zusammen mit namhaften Unternehmen wie A1, AccorHotels, Microsoft Österreich oder die Österreichische Post Start-ups, die bei Problemlösungen helfen sollen. Noch bis 10. August können Start-ups für die verschiedenen Anfragen der großen Konzerne Angebote einreichen. Die sieben Konzerne bieten dafür Leistungen im Wert von einer Million Euro an. Eine nationale Beschränkung für die Teilnehmer gibt es nicht.

Microsoft Österreich erwartet sich beispielsweise Ansätze zum Thema „Hochskalierbare Cloud-basierte Lösungen“: „Die eingereichten Lösungen können rein software-basiert sein oder unter Einbeziehung von IoT Komponenten umgesetzt werden. In der Folge vergibt Microsoft Preise im Gesamtwert von über EUR 350.000.- und öffnet seine Vertriebsstrukturen und Partnernetzwerke mit aktuell rund 3.000 Microsoft Partnern in Österreich.“

Die Raiffeisen Zentralbank Österreich hingegen sucht ein Fintech. „Wir möchten eine Partnerschaft mit einem führenden FinTech-Startup-Unternehmen aufbauen, um den Bereich Payment gemeinsam zu revolutionieren. Dieses breite Innovationsfeld erstreckt sich von Front-End-Anwendungen (z.B. mWallets, E-Commerce, POS-Hardware etc.) bis hin zu Back-End-Lösungen (z.B. Rechnungsstellung, Blockchain, P2P-Geldtransfer, Rechnungen etc.).“

Bei der letzten Aktion dieser Art hatten sich 40 Start-ups mit ihren Lösungen bei den großen Unternehmen beworben, zehn davon kamen ins sogenannte Finale. „Die Initiative der WK Wien hat uns eine Chance eröffnet, um neue Innovationen in unser Unternehmen zu bringen“, sagt Markus Pöltenstein von Heintel.

Neben diesem Projekt will die Regierung auch ein Start-up-Paket im Wert von 185 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre auf die Beine stellen. „Dieses Paket bringt einen Turbo für die heimische Start-up-Szene“, zitiert trendingtopics Wirtschafts-Staatssekretär Harald Mahrer. „Mit dem frischen Geld schaffen wir neue Jobs und können bis 2020 50.000 neue Gründungen auslösen.“

Teil des Paketes sind neben einer Entlastung bei den Lohnnebenkosten und zusätzlich zu einer neuen Risikokapitalprämie für Investoren auch die Aufstockung der Finanzmittel der staatlichen Förderbank und die Zurverfügungstellung von Gründungs-Fellowships. Auch Schecks über 10.000 Euro für eine Einreichung von Patenten sind vorgesehen.

Ziel ist es, mit den neuen Finanzmitteln und Starthilfen 1.000 Neugründungen pro Jahr zu erreichen. Das wiederum soll Investitionen in Höhe von 350 Millionen Euro und rund 9.000 Jobs generieren. Vizekanzler Mitterlehner machte klar, dass diese Förderung dafür sorgen soll, dass Österreich bei der Start-up-Förderung dort hingebracht werde, wo Großbritannien und Deutschland bereits seien.

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