Start-ups in Deutschland fehlen finanzielle Mittel

Zwei Drittel der Start-ups in Deutschland wollen ihr Unternehmen internationalisieren. Neben einer exzellenten Idee bzw. einem guten Produkt benötigen sie dafür jedoch häufig finanzielle Unterstützung. Genau hier fehlt es aber den Start-ups in Deutschland.

Viele schätzen die Situation in den USA viel besser ein als in Deutschland. Um weiter junge Firmen anzuziehen, bedarf es demnach neuer Standortstrategien.

Berlin hat sich in den vergangenen fünf Jahren zu einem Zentrum der Start-ups entwickelt und angesichts des Brexits könnte sich der Ansturm in die Hauptstadt in den kommenden Monaten noch einmal verstärken. 31,1 Prozent der Start-ups in Deutschland haben ihren Hauptsitz in Berlin. Aber auch andere deutsche Regionen rücken immer stärker in den Fokus, wie etwa München, die Metropolregion Rhein-Ruhr und Hamburg. „Etwa ein Viertel (25,1 Prozent) beabsichtigt, innerhalb der EU zu expandieren und sogar 35,3 Prozent planen, ihre Geschäftstätigkeiten weltweit auszudehnen“, heißt es im aktuellen Start-up Monitor 2015.

Im vergangenen Jahr erzielte etwa jedes 5. Start-up einen Umsatz von mehr als einer Million Euro. Die bedeutendsten Kapitalquellen bei der Finanzierung der Start-ups sind derzeit die eigenen Ersparnisse der Gründer (79,9 Prozent; 2014: 82,5 Prozent) und die Unterstützung durch Freunde und Familie (32,0 Prozent; 2014: 32,7 Prozent).

Gerade bei der Internationalisierung spielen die Finanzquellen eine wichtige Rolle. 55,3 Prozent der jungen Unternehmen sehen neben der Vermarktung die Frage der Finanzierung derzeit als dringendste Herausforderung. Dieser Umstand spiegelt sich auch in einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom wieder. Nur 44 Prozent der Gründer würden wieder in Deutschland loslegen, wenn sie die freie Wahl hätten.

Fast jeder Dritte würde sich stattdessen für die USA entscheiden. „Das ist alarmierend“, sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks in Berlin. Er führt das in erster Linie auf die schwierige Finanzierung zurück – vor allem für Unternehmen, die ihr Wachstum mit frischem Geld in Millionenhöhe anschieben wollen. „Da wird es immer schwieriger“, sagte Dirks. 55 Prozent nennen deshalb die Finanzierung als großes Hemmnis.

Gleichzeitig hat sich allerdings die Situation für fast jedes zweite Start-up in den vergangenen zwei Jahren verbessert. Trotzdem, „wir müssen die Start-up-Nation werden – nicht eine von vielen“, so Dirks. Um das zu schaffen, schlägt sein Verband den Aufbau „digitaler Ökosysteme“ vor. Hier sollen Weltkonzerne mit dem Mittelstand und Start-ups zusammengebracht werden. Chancen sieht Bitkom vor allem im Bereich Industrie 4.0 – also der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion. „Wir müssen dort ansetzen, wo Deutschland heute schon die Nase vorn hat“, sagte der Bitkom-Präsident und nannte als Beispiele die Bereiche Auto, Logistik, Versicherer und Banken.

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