Ökonomen: Unternehmen sollten höhere Löhne zahlen

Deutschland hinkt bei den Lohnzahlungen im europäischen Vergleich hinterher. Um Unsicherheiten wie etwa den Brexit unbeschadet zu überstehen, braucht es jedoch eine kräftige Binnennachfrage. Experten fordern daher, dass die Löhne noch über mehrere Jahre kräftig steigen müssten.

Trotz deutlicher Tarifsteigerungen in den vergangenen Jahren gibt es bei den Löhnen in Deutschland noch Luft nach oben. Das schließt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung aus einem europaweiten Vergleich der Lohn- und Arbeitskosten.

Mit Sozialbeiträgen, Ausbildungskosten und Steuern kostet eine Arbeitsstunde in der Privatwirtschaft die Unternehmen demnach im Schnitt 32,70 Euro. In der EU liege Deutschland damit wie im Vorjahr auf Platz acht, wie das Institut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Montag mitteilte.

Institutsdirektor Gustav Horn verwies auf weltwirtschaftliche Unsicherheiten, etwa in Folge des angekündigten Austritts Großbritanniens aus der EU. „Wenn man durch diese Gefahren unbeschadet durchkommen will, braucht man eine kräftige Binnennachfrage.“ In Deutschland müssten die Löhne noch über mehrere Jahre stärker steigen als im Durchschnitt des Euroraums.

Kommentare

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Klingt ja gut und schön die Empfehlung.
    Doch dahinter steckt ein fataler Denkfehler.
    Die Unternehmen können von Einzel-Fällen abgesehen
    nicht. Kernursache die Globalen Absatzmärkte erodieren.
    Da grassiert die Illusion einzelne Staaten könnten sich
    eine Rückkehr zur ,,Autarkie,, leisten.
    Das wird insbesondere für stark Aussenwirtschaftlich
    aufgestellte Volkswirtschaften zum unlösbaren Knackpunkt.
    Exportorientierte Volkswirtschaften brauchen entsprechende
    solvente Absatzmärkte nur so kann das fuktionieren.
    Der Haken die sind auf breiter Front am erodieren.
    Produktiev ervolgreiche Volkswirtschaften konnten
    zu allen Zeiten den Pfad der Autarkie jeweils auf Zeit
    verlassen. Teilweise mit beachtlichen Ervolgen.
    Funktioniert aber nur so lange wenn aufnahmefähige
    Solvente Absatzmärkte verfügbar sind. Doch eben die
    sind grossflächig am erodieren.
    Die genze Globalisierungsthese hat einen alles entscheidenden
    Fundamentalen Fehler.
    Sicher können einzelne Volkswirtschaften den Pfad der
    Autarkie auf Zeit verlassen, nachhaltig kann und wird das
    nie und nimmer funktionieren.
    Der nicht beachtete Knackpunkt in der Theorie.
    Der Globus die Weltwirtschaft als ganzes, ist auf Gedeih und Verderb
    zur Autarkie verdammt. Das kann man drehen wie man will
    an dieser absolutten Grenze wird alles unabwendbar scheitern.
    Tja Pech so einiges an Theorien-Thesen und Empfelungen,
    waren und sind da noch lange nicht das gelbe vom Ei,
    da hinten und vorne NICHT schlüssig.
    Da wahr und ist denn doch sehr viel schöne Ideologie
    und Wunschdenken, denn solide Ökonomie, am basteln und werkeln.

  2. Brigitte sagt:

    @ Herr Horn,

    ist Ihnen klar, dass stärkere Lohnerhöhungen zu einem vermehrten Umstieg der Unternehmen von Arbeitnehmern auf Maschinen bedeutet und es somit zu einem Wegfall von Arbeitsplätzen kommt?

    Dies ist der falsche Weg um Menschen wieder mehr Spielraum bei Lohnverhandlungen zu ermöglichen, da sich die Zahl der Arbeitnehmer, welche sich um einen Arbeitsplatz bemühen, steigen wird und dadurch deren Verhandlungsbasis geschwächt wird.

    Es muss die steuerliche Belastung der Arbeit, welche derzeit lediglich auf dem Arbeitnehmerentgelt ruht, verteilt werden auf die Arbeit der Maschinen und die Arbeit der Menschen. Dadurch wird die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitnehmern erhöht und die nach Maschinen geschwächt. Die Verhandlungsbasis der Arbeitnehmer wird gestärkt, es können höhere Löhne ausgehandelt werden, usw.. Sogar der Staat profitiert durch höhere Sozialeinnahmen und abnehmenden Sozialleistungen.

    Es gilt also die Einführung einer prozentual einheitlichen Steuer auf die Arbeitnehmerentgelte, Abschreibungen und jeglichen Gewinn und Streichung der derzeitigen Besteuerung der Arbeitnehmer und Unternehmen. Auch die Umsatzsteuer sollte gestrichen werden, da diese die Arbeitnehmer und deren Haushalte belastet, während die Maschinen, da deren Belastung mit der Umsatzsteuer entfällt (Rückerstattung/Verrechnung), sprichwörtlich durch diese Steuer gegenüber den Arbeitnehmern subventioniert werden.