Marktforscher: PC-Markt schrumpft etwas langsamer

Der Absatz von Notebooks und Tablets ist in den vergangenen beiden Jahren jeweils um ein Zehntel gefallen. Jetzt hat sich das Tempo verlangsamt. Möglicherweise kann das Auslaufen der kostenlosen Windows-Upgrades den Markt etwas stützen.

Die Talfahrt der weltweiten PC-Verkäufe hat sich im vergangenen Quartal nach Berechnungen von Marktforschern deutlich abgeschwächt. Die Analysefirma Gartner kam auf einen Absatz-Rückgang von 5,2 Prozent auf 64,3 Millionen verkaufte Notebooks und Desktop-Rechner, der Konkurrent IDC errechnete ein Minus von 4,5 Prozent bei 62,4 Millionen Geräten.

Die PC-Verkäufe sinken bereits seit einigen Jahren, weil Verbraucher und Unternehmen eher zu Smartphones und Tablets greifen. In den vergangenen Quartalen waren Rückgänge von rund zehn Prozent im Jahresvergleich die Norm.

Dass der Druck jetzt etwas nachließ, könne damit zu tun haben, dass der Dollar-Kurs binnen eines Jahres weitgehend stabil geblieben sei, erklärte Gartner-Analystin Mikako Kitagawa. Ein stärkerer Dollar verteuert Computer und Bauteile in vielen Regionen und bremst dadurch die Verkäufe. IDC erklärte, man habe für das Quartal mit einem Rückgang von 7,4 Prozent gerechnet. Im Rest des Jahres rechnen die Marktforscher mit Rückenwind durch das Auslaufen des kostenlosen Upgrades auf das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 10. Die Aktion des Software-Riesen war unter anderem vom PC-Marktführer Lenovo kritisiert worden, weil deshalb viele den Kauf neuer Geräte aufgeschoben hätten.

Der chinesische Hersteller Lenovo blieb den Marktforschern zufolge trotz eines Verkaufsrückgangs die weltweite Nummer eins mit gut 20 Prozent Marktanteil. Der frühere Marktführer Hewlett-Packard liegt nur knapp dahinter. Dell als Nummer drei kommt auf rund 15 Prozent.

Der Trend, dass die Top-Hersteller in einem schrumpfenden Markt auf Kosten kleinerer Anbieter zulegen ging weiter. Nach Berechnungen von IDC kontrollierten Lenovo, HP und Dell zuletzt zusammen 58 Prozent der Verkäufe nach 54,2 Prozent im Vorjahresquartal. Gartner kam auf jeweils 54,8 und 51,7 Prozent.

Für Apples Mac-Computer, die sich in den vergangenen Jahren immer wieder Marktanteile gewinnen konnten, lief es diesmal nicht so gut. Mit einem Marktanteil von 7,1 Prozent sehen beide Marktforscher Apple auf Platz fünf knapp hinter Asus. Gartner errechnete für die Macs einen Absatzrückgang von 4,9 Prozent und IDC sogar von 8,3 Prozent.

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  1. Syssiphus sagt:

    Der Absatz sinkt,weil man nicht ständig neue Hardware braucht und die vorhandene nur marginal schlechter als die neue ist.Die steigenden Preise muss man auch als Grund annehmen,für ein neues Smartphone kann man locker 800 bis1000,-€ verbraten,obwohl es das Alte noch tut.Einen PC kauft man in einer Konfiguration,die ein paar Jahre vorhält,auch damit schont man seinen Geldbeutel und die Umwelt.