Studie: Zahlungsmoral in China verschlechtert sich deutlich

Die Zahlungsmoral in China verschlechtert sich einer Studie zufolge spürbar. Im Reich der Mitte werden Rechnungen im Schnitt erst nach 92 Tagen beglichen, 2015 waren es noch 88 Tage. Deutschland gehört hingegen nach wie vor zu den „Schnellzahlern“.

Durchgeführt wurde die Analyse vom Kreditversicherer Euler Hermes. „In keinem Land wird 2016 so spät bezahlt wie in China“, sagte Euler-Hermes-Chefökonom Ludovic Subran. Im weltweiten Durchschnitt würden Rechnungen nach 64 Tagen beglichen.

Grund für die Entwicklung in China sei zum einen das verlangsamte Wirtschaftswachstum. „Zum anderem liegt es aber auch an den großen Cash-Beständen der börsennotierten chinesischen Unternehmen, die sich längere Zahlungsziele leisten können“, sagte Subran. Diese Firmen hätten seit 2010 ihre Bargeld-Bestände verdoppelt. Damit hätten sie Mittel für Investitionen – vor allem im Ausland. Zudem könnten sie ihre Kunden unterstützen, indem sie längere Zahlungsziele als Alternative zu Bankkrediten anböten, die in China sehr restriktiv vergeben würden.

In der chinesischen Elektronikindustrie wurden Rechnungen demnach 2015 erst nach durchschnittlich erst 139 Tagen bezahlt, Maschinenbauer beglichen ihre offenen Forderungen nach rund 134 Tagen und das Baugewerbe nach 109 Tagen.

Eine deutliche Verschlechterung bei der Zahlungsmoral erwartet Euler Hermes auch für Brasilien, die Türkei und Saudi-Arabien, so Reuters. Deutschland hingegen gehöre wie viele europäische Staaten weiter zu den traditionellen „Schnellzahlern“. „Nach im Schnitt 53 Tagen werden sowohl 2015 als auch 2016 Rechnungen börsennotierter Unternehmen in der Bundesrepublik bezahlt.“ Damit liegen die Deutschen auf Rang 13 von 36 untersuchten Ländern. Spitzenreiter bei den Schnellzahlern sind die Österreicher, die ihre Rechnungen nach 44 Tagen begleichen.

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  1. Volker K. sagt:

    Immerhin gibt es bei den Chinesen für das länger einbehaltene Geld auch Zinsen……