Wahrscheinlichkeit für Rezession in Deutschland steigt

Das Forschungsinstitut IMK geht im dritten Quartal von einer Rezessions-Wahrscheinlichkeit über 20 Prozent in Deutschland aus. Besonders der EU-Austritt Großbritanniens werde die Konjunktur negativ beeinflussen. Die Prognosen für 2017 wurden deutlich zurückgenommen.

Das Brexit-Votum in Großbritannien erhöht nach Berechnungen des Forschungsinstituts IMK die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in Deutschland. Für den Zeitraum von Juli bis Ende September 2016 werden die Aussichten darauf mit 21 Prozent taxiert, wie der Spiegel am Freitag vorab berichtete. Im Juni betrug das Risiko laut IMK lediglich 8,8 Prozent. Wichtigster Grund für die eingetrübten Aussichten ist nach Einschätzung des gewerkschaftsnahen Instituts das EU-Austrittsvotum der Briten vom 23. Juni, das insbesondere an den Finanzmärkten für Unsicherheit sorgt. Das nach dem Ampelsystem arbeitende Frühwarninstrument bleibe zwar im „grünen Bereich“, nähere sich allerdings der „gelben“ Stufe.

Das IMK nutzt dabei die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrage-Einbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt. Das Frühwarnsystem signalisiert eine Rezession, wenn die Industrieproduktion über fünf Monate um mindestens ein Prozent schrumpft.

In seiner aktuellen Konjunkturprognose geht das IMK davon aus, dass der Brexit bereits 2017 spürbare Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland haben wird. Die Forscher rechnen damit, dass durch die Unsicherheit die Investitionsdynamik weitgehend zum Stillstand kommt und das schwache Pfund die deutschen Exporte nach Großbritannien dämpft. Daher haben sie ihre Wachstumsprognose für 2017 jüngst auf 1,3 Prozent reduziert.

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