Studie: Gesellschaft wird durch Einwanderung nicht jünger

Eine langfristige Studie aus Großbritannien belegt, dass die Migration nur wenig Einfluss auf die Altersstruktur einer Gesellschaft hat. Die These, durch eine hohe Einwanderung das demografische Problem des Westens zu lösen, ist nicht durch Fakten gedeckt.

In einer kürzlich erschienenen Studie hat die London School of Economics and Political Science (LSE) herausgefunden, dass es kaum Zusammenhänge zwischen der Aus- und Einwanderung und der Altersstruktur einer Gesellschaft gibt. In der Studie wurden Migrationsbewegungen in den britischen Landesteilen England, Schottland und Wales in den vergangenen 150 Jahren miteinander verglichen.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis: Eine Gesellschaft wird durch Einwanderung nicht automatisch jünger, sondern wächst einfach – wobei der Altersschnitt nicht gesenkt wird.

Das Fazit: Während in Schottland die hohe Abwanderung von meist jungen, arbeitsfähigen Männern im Laufe der Zeit zu einem niedrigen Bevölkerungswachstum und einer alternden Bevölkerung führte, fand die Alterung in fast identischem Umfang auch in England und Wales statt – obwohl diese beiden Regionen netto praktisch gar keine Zu- oder Abwanderung verzeichneten.

Die Resultate widersprechen den Ergebnissen andere Studien. Diese gehen häufig davon aus, dass die nachteiligen Effekte der Alterung – wie geringere Steuereinnahmen und höhere Kosten für Gesundheit und Soziales – durch hohe Einwanderung langfristig abgemildert werden könnten. Während die Migration deutliche Auswirkungen auf die Größe einer Population hat, können wachsende gleichzeitig auch alternde Bevölkerungen sein, so die LSE.

„Die Altersstruktur einer Bevölkerung zu verändern ist weitaus schwieriger als einfach die Grenzen für mehr Einwanderer zu öffnen in der Hoffnung, den Anteil der arbeitstätigen Bevölkerung zu erhöhen“, urteilt die LSE.

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