Nach Kaschmir-Protesten: Dutzende drohen zu erblinden

Nach propakistanischen Protesten in der indischen Region Kaschmir berichten Ärzte von einer großen Zahl schwerer Augenverletzungen. Sie drohen zu erblinden. Bei Protesten feuerten die indischen Einsatzkräfte mit Gummigeschossen und gingen hart gegen die Demonstranten vor.

In der indischen Unruheregion Kaschmir ist die Zahl der Toten bei propakistanischen Protesten auf 32 gestiegen. Hunderte Menschen wurden verletzt. Allein mindestens 100 Patienten in seinem Krankenhaus seien von Gummigeschossen der Polizei an den Augen getroffen worden, sagte ein Arzt am Mittwoch. In etwa 70 Fällen drohe Erblindung.

Scharfe Kritik an den indischen Polizeieinsätzen kommt aus dem Nachbarland Pakistan. Pakistans Premierminister Nawaz Sharif verurteilte die Polizeieinsätze als „rechtswidrig“. Die übermäßige Gewalt gegen protestierende Zivilisten sei beklagenswert, erklärte Sharif in der Nacht zum Montag. Er kritisierte auch die Inhaftierung von Wortführern der Kaschmirrebellen. Pakistans Außenminister Aizaz Chaudry berief vergangene Woche Montag Indiens Hochkommissar ein, den höchsten diplomatischen Vertreter des Nachbarlandes. Der Einsatz brutaler Gewalt sei unter keinen Umständen gerechtfertigt, sagte Chaudry einer Mitteilung seines Ministeriums zufolge.

Auslöser der Unruhen war die Tötung eines islamistischen Rebellenführers am Freitag durch indische Soldaten. Aufgebrachte Menschenmengen griffen Polizeiwachen und Militäreinrichtungen an. 35 Menschen starben, etwa 800 wurden verletzt. Das mehrheitlich muslimische Kaschmir ist zwischen den Atommächten Indien, Pakistan und China aufgeteilt. Indien und Pakistan haben bereits zwei Kriege um die Region geführt.

 

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  1. Bauer sagt:

    Pakistan tut selber seine gegner in gefängnisse foltern.Wenn Pakistan aufhört die Rebellen mit waffen zu unterstützen ,dann gibt es auch kein Unruhe.
    Pakistan hat selber so viele Probleme im eigenen Land . Sollen die zuerst schauen.