Jeder 2. Schweizer Arbeitsplatz könnte automatisiert werden

In einer Studie beleuchtet die Beratungsgesellschaft Deloitte die Automatisierung der Schweizer Wirtschaft. Demzufolge biete der Einsatz von Robotern in manchen Branchen große Chancen der Effizienzsteigerung, während in anderen Bereichen viele Stellen gestrichen werden dürften.

In einer Analyse beleuchtet das Beratungsunternehmen Deloitte die Auswirkungen der Automatisierung auf den Schweizer Arbeitsmarkt. Demzufolge haben Tätigkeiten, die kaum durch den Einsatz von Robotern ersetzt werden können, in den vergangenen 25 Jahren zugenommen während andere Arbeitsbereiche stark Stellen abgebaut haben. In den kommenden Jahrzehnten könnte rund die Hälfte der Arbeitsplätze automatisiert werden.

Insgesamt wurden in den vergangenen 25 Jahren mehr Stellen geschaffen als verdrängt. Automatisierung dürfte deshalb auch in Zukunft mehr Chancen als Risiken bieten, prognostiziert Deloitte. Dies gelte insbesondere für Branchen, die sich stark auf Kreativität, soziale Interaktion und hochwertige Dienstleistungen fokussieren. Um die Potentiale optimal nutzen zu können, müssten Unternehmen ihre Geschäftsprozesse frühzeitig umstellen.

Auch im produzierenden Gewerbe führe der Einsatz von Robotern zu Vorteilen, weil die Grenzkosten der Produkte aufgrund der günstigeren Herstellung sinken und damit Spielräume bei der Preisgestaltung eröffnen.

In einigen Bereichen sei in den kommenden Jahren jedoch ein umfangreicher Arbeitsplatzabbau unvermeidlich. Eine Erkenntnis der Studie ist, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Niveau der Ausbildung und dem Wegfall von Jobs infolge einer Automatisierung gibt. „Umgekehrt gingen in der Schweiz die meisten Jobs dort verloren, wo die Automatisierungswahrscheinlichkeit relativ hoch ist. Dazu gehören viele Kategorien mit eher niedrigem und mittlerem Ausbildungsniveau wie Hilf- oder Bürokräfte im administrativen Bereich. Besonders gefährdet sind etwa Sekretariatskräfte sowie Bank- und Schalterbedienstete: In den letzten gut 25 Jahren wurden dort gesamthaft rund 65.000 Stellen abgebaut“, heißt es in der Studie.

Allerdings beinhalte diese Regel auch Ausnahmen. „Zu den zukunftssicheren Beschäftigungen aus dem niedrigen und mittleren Qualifikationsbereich gehören beispielsweise Kinderbetreuer und medizinische Pflegeberufe ohne akademische Ausbildung. Sie haben insgesamt in den letzten gut 25 Jahren um über 35.000 zugenommen. Auch Fitnesstrainer und Coiffeure gehören in diese Kategorie. Sie profitieren zusätzlich von der Tendenz, dass viele Menschen frei verfügbares Einkommen gerne für persönlichen Komfort verwenden.“

Umgekehrt gehörten etwa Buchhalter und Steuerberater zu jenen Berufsgruppen mit einem hohen Ausbildungsgrad und hoher Automatisierungswahrscheinlichkeit. „Hier wurde bis heute noch eine starke Beschäftigungszunahme von 15.000 Stellen verzeichnet. Ähnliches gilt für Finanz- und Anlageberater, die eine mittlere Automatisierungswahrscheinlichkeit aufweisen und deren Beschäftigung in den letzten 25 Jahren um 11.000 gestiegen ist. Die eher hohen Automatisierungswahrscheinlichkeiten deuten jedoch an, dass sich dies zukünftig ändern könnte“, schreibt Deloitte.

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