Österreichs Unternehmen müssen Energiebilanz verbessern

Das neue Klimaschutzpaket der EU hat einen erheblichen Nachholbedarf in Sachen Nachhaltigkeit in Österreich offenbart.

In Sachen Energiewende müssen sich Österreichs Regierung und Österreichs Unternehmen noch stärker engagieren. Im neuen Klimaschutzpaket hält die EU-Kommission fest, dass Österreich seine Treibhausgasemissionen um 36 Prozent gegenüber 2005 reduzieren sollte. Vor allem bei Gebäuden und im Verkehrsbereich soll stärker reduziert werden. „Der Verkehr verursacht ein Viertel der Treibhausgasemissionen in Europa und ist eine der Hauptursachen für die Luftverschmutzung“, sagte die EU-Kommissarin Violeta Bulc.“ Der Übergang zu einer emissionsarmen Mobilität ist daher eine wesentliche Voraussetzung für die Verwirklichung der ehrgeizigen Klimaziele der EU und die Verbesserung der Lebensqualität in unseren Städten.“ Die emissionsarme Mobilität sei auch eine Chance für die Modernisierung der Wirtschaft der EU und die Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie.

„Das heutige Paket beweist, dass wir unsere Maßnahmen in allen politischen Bereichen auf die Verwirklichung der wettbewerbsfähigen CO2-armen Kreislaufwirtschaft ausrichten, die wir in der Strategie für die Energieunion versprochen haben“, sagte der für die Energieunion zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission Maoš Šefčovič. Auch Johannes Wahlmüller, Klimasprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht auf Seiten Österreichs einen Handlungsbedarf.

„Es braucht jetzt deutlich mehr Tempo bei der Energiewende, wobei sich Österreich fester anstrengen muss, weil bisher in der Klimapolitik viel zu wenig umgesetzt wurde“, so Wahlmüller. Bundeskanzler Christian Kern und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner müssten jetzt klarstellen, dass die kommende Energie- und Klimastrategie den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zum Ziel hat und wir die Energiewende in Österreich umsetzen, „anstatt uns teuer“ über CO2-Zertifikate freizukaufen. „Mit einer gut umgesetzten Klima- und Energiepolitik können sogar weit ambitioniertere Ziele erreicht werden, als von der Kommission vorgeschlagen.“

Der WWF in Österreich geht sogar noch weiter. Demnach müsste die Bundesregierung für 2030 eine CO2-Reduktion von 50 Prozent auf Basis von 1990 festlegen und den Ausstieg aus fossilen Energien bis 2050 zur Zielvorgabe der österreichischen Energie- und Klimastrategie machen. Nur so sei die Reduzierung der Emissionen auch wirklich als Klimaschutzziel wirksam und würde den Pariser Entschlüssen entsprechen.

Im Kampf gegen den Klimawandel will die EU-Kommission erstmals auch für Lastwagen CO2-Grenzwerte festlegen. Zudem soll es für Autos und Transporter neue Effizienz-Standards geben. Bis 2030 will die EU ihren CO2-Ausstoß im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent senken.

Unabhängig von der Reduzierung der Emissionen geht die Schaffung Erneuerbarer Energien in Österreich aber auch weiter. In dieser Woche wurde der Grundstein für den größten Windpark im Süden des Landes gelegt. Mit einer Investitionssumme von 58 Millionen Euro sollen auf der Handalm im Bezirk Deutschlandsberg 13 Windräder entstehen. Bereits 2017 sollen diese ihre Arbeit aufnehmen und dann mit einer Gesamtleistung von 39 Megawatt 21.000 Haushalte versorgen.

„Der Öko-Strom aus den Anlagen wird direkt in das Umspannwerk Deutschlandsberg eingespeist, also vor Ort verbraucht, während der zweijährigen Bauphase können wir rund 280 Arbeitsplätze sichern“, sagte Christian Purrer, der Vorstandssprecher von Energie Steiermark. „Die Förderung der Windenergie durch den Bund ist durchaus hoch, wir fordern vor dem Hintergrund der laufenden Neukonzeptionierung des Ökostromgesetzes eine ähnlich starke finanzielle Unterstützung für die Wasserkraft.“

Mehr als 47.000 Tonnen Kohlendioxid sollen mit dem Windpark jährlich eingespart werden können. „Dieser Windpark folgt exakt den Leitlinien der Klima- und Energiestrategie des Landes, wir konnten wesentlichen Rückenwind bei der Umsetzung geben“, so Purrer.

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