Arbeitsagenturen erwarten steigende Beschäftigung

Der Arbeitsmarkt erholt sich zusehends. Trotz des EU-Referendums der Briten und der steigenden Anzahl arbeitssuchender Flüchtlinge entwickle sich die Lage der Arbeitsplätze positiv, so die Bundesagentur für Arbeit. Die Auto- und Metallindustrie muss jedoch Einbußen verzeichnen.

Die Niederlassungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnen für die nächsten drei Monate mit steigender Beschäftigung und einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Die Beschäftigungsentwicklung in Deutschland ist robust und geht auch nach der Brexit-Entscheidung weiter nach oben“, sagte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag. Der Arbeitsmarkt könne selbst einen möglichen Konjunkturdämpfer gut überstehen. Die Forschungseinrichtung der BA befragt monatlich alle Arbeitsagenturen.

Trotz einer zunehmenden Zahl von Flüchtlingen auf der Suche nach einem Job erwarten die Agenturen weiterhin insgesamt noch keine steigenden Arbeitslosenzahlen. Die gute Arbeitsmarktentwicklung könne die zusätzliche Arbeitslosigkeit der Flüchtlinge weiterhin mehr als ausgleichen, erklärte Weber. Viele Flüchtlinge stünden dem Arbeitsmarkt wegen der Teilnahme an Integrations- und Sprachkursen aber nicht zur Verfügung. Im Juni waren laut BA 131.000 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet.

Die Bundesagentur legt am Donnerstag ihre Arbeitsmarktbilanz für Juli vor. In dem Sommermonat steigt die Zahl der registrierten Arbeitslosen saisonbedingt in der Regel, weil viele Betriebe in den Sommerferien pausieren und sich viele Schulabgänger vor Beginn einer Ausbildung arbeitslos melden. Im Juni waren bei der BA 2,614 Millionen Erwerbslose registriert. Das war die niedrigste Zahl seit 25 Jahren.

Der Ausblick in der deutschen Industrie ist laut Ifo-Institut ist jedoch verhaltener. Die Exporterwartungen seien im Juli nach zwei Anstiegen in Folge gesunken, teilten die Münchner Forscher am Dienstag zu ihrer Umfrage unter etwa 2700 Firmen mit. „Der Rückgang kann teilweise durch die entstandene Unsicherheit aufgrund des Brexit-Votums erklärt werden“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Große Dämpfer bei den Exportaussichten habe es in der Autobranche und Metallindustrie gegeben. „In diesen Bereichen ist der Optimismus nahezu verflogen.“ Die Chemie-Unternehmen rechneten nur noch mit einem langsameren Exportplus. „Zusätzliche Impulse aus dem Ausland erwarten hingegen die Maschinenbauhersteller sowie Firmen aus der Elektroindustrie.“

Die monatliche Ifo-Umfrage unter insgesamt 7000 Managern hatte jüngst ergeben, dass viele Firmen das Referendum der Briten für einen EU-Austritt noch gut wegstecken. Vor allem verbesserte sich die Stimmung in Branchen, die von der gut laufenden Inlandskonjunktur abhängen – Bau, Einzelhandel und Dienstleister. Das Geschäftsklima in der exportorientierten Industrie hingegen trübte sich ein.

Kommentare

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  1. Amis go home sagt:

    Ich erwarte 2 Dinge:

    1. einen Achter im Fahrrad und
    2. einen Sechser im Lotto.

    Es wird spannend.

    • Hupf Dohle sagt:

      Dem Achter im Fahrrad bin ich näher als dem anderen.
      Aber wenn es denn passt …-….-….-….-