Deutsche Bank meldet Gewinneinbruch

Deutsche-Bank-Chef John Cryan droht angesichts wegbrechender Geschäfte mit einer Verschärfung des Sparkurses. Im zweiten Quartal schrieb Deutschlands größtes Geldhaus mit Mühe schwarze Zahlen: Unter dem Strich stand ein Gewinn von 20 Millionen Euro.

Das Vorsteuerergebnis schrumpfte um zwei Drittel auf 408 Millionen Euro. Die Erträge gingen in allen Konzernsparten zurück – außer bei der zum Verkauf stehenden Postbank. Im Wertpapierhandel, den die Frankfurter zum Kerngeschäft erklärt haben, schrammten sie nur knapp an einem Verlust vorbei. Cryan fand deutliche Worte: „Sollte das derzeit schwache wirtschaftliche Umfeld anhalten, müssen wir bei Geschwindigkeit und Intensität unseres Umbaus noch ehrgeiziger werden.“

Die Deutsche Bank steckt derzeit mitten im Umbau. Diese Kosten verhageln die Bilanz genauso regelmäßig wie die permanenten Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten. Von Reuters befragte Analysten hatten deshalb für die Frühjahrsmonate sogar einen Verlust von rund 100 Millionen Euro prognostiziert. Für die Aufarbeitung von Skandalen nahm die Bank dieses Mal aber deutlich weniger Geld in die Hand als befürchtet: noch einmal 120 Millionen Euro. Bei den Anlegern herrschte zunächst Erleichterung: Die Deutsche-Bank-Aktie legte vorbörslich um knapp ein Prozent zu.

Am Kerngeschäft Investmentbanking will Cryan nicht rütteln. Hier wird der Abstand zu den US-Rivalen allerdings immer größer. JP Morgan, Goldman Sachs und Co hatten im abgelaufenen Quartal starke Zahlen präsentiert. Insbesondere die höhere Marktvolatilität kurz nach dem Brexit-Votum füllte ihnen die Kasse im Handel. Hier konnte die Deutsche Bank nicht mithalten. Im gesamten Kapitalmarktgeschäft fielen die Erträge um 28 Prozent, im Anleihehandel um 19 Prozent. Die Sparte Global Markets verbuchte noch einen Vorsteuergewinn von 28 Millionen Euro, vor einem Jahr war es noch mehr als eine Milliarde. Einen Gewinnrückgang gab es auch im Geschäft mit Unternehmensfinanzierungen und der Fusionsberatung – auch dort wollte die Deutsche Bank eigentlich angreifen.

Bei der Kapitaldecke kommt die Deutsche Bank wiederum nur in Minischritten voran: Die harte Kernkapitalquote stieg per Ende Juni auf 10,8 (Ende März: 10,7) Prozent. Das Institut hatte eigentlich gehofft, den Anteilsverkauf an der chinesischen Hua Xia Bank pünktlich abschließen zu können, der im zweiten Quartal mit einem Milliardenerlös ein halbes Prozent beim Kapital gebracht hätte. Die Verträge wurden allerdings noch nicht abschließend unterzeichnet. Das soll jetzt bis September passieren.

Kommentare

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  1. Hupf Dohle sagt:

    Ich gebe denen noch 2 Monate.
    Dann ist game over oder Ndranghi schaufelt Papier rein.
    Aber bei 70 BIO ist das sogar für die EZB 5 Nummern zu groß

  2. Amis go home sagt:

    eigentlich ist jeder Tag länger, an dem deren Türen geöffnet bleiben,
    der klassische Fall von Insolvenzverschleppung.

  3. Franz Josef sagt:

    VB/EK =1668/68=24 +70 BillionenDerivate