US-Industrie erleidet Auftragseinbruch

Die US-Industrie hat im Juni einen unerwartet starken Auftragseinbruch erlitten. Die Bestellungen für langlebige Güter - vom Toaster bis zum Flugzeug - gingen um vier Prozent zum Vormonat zurück

Dies ist das größte Minus seit August 2014. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang um 1,1 Prozent auf dem Zettel, nachdem es im Vormonat ein Minus von 2,8 Prozent gegeben hatte. „Die Auftragszahl enttäuscht vor allem wegen des schwachen Ordereingangs bei Flugzeugherstellern“, sagt Ökonom Ralf Umlauf von der Helaba.

Die Daten wurden nur wenige Stunden vor der Bekanntgabe des Zinsentscheids in Washington veröffentlicht. Experten erwarten, dass die Notenbank den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld weiter in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent halten wird.

Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im Juli etwas eingetrübt. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen fiel um einen Tick auf 97,3 Punkte, wie das Institut Conference Board am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem deutlicheren Rückgang auf 95,9 Zähler gerechnet. Der private Konsum ist der Eckpfeiler der amerikanischen Wirtschaft. Er macht etwa 70 Prozent der Wirtschaftsleistung aus.

Daher blickt auch die Notenbank Federal Reserve mit besonderem Interesse auf die Daten. Sie kommt am Mittwoch zu ihrer nächsten Sitzung zusammen. Die meisten Experten erwarten, dass die Währungshüter den Leitzins in einer Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent halten und erst gegen Jahresende eine Senkung ins Auge fassen. Nach Ansicht der Fachleute dürfte die Fed warten, bis sie mit Blick auf die Auswirkungen des EU-Austrittsvotums der Briten Entwarnung für die US-Wirtschaft geben kann.

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