Ford will Fahrzeugteile aus Tequila-Abfall bauen

Die Leichtbauweise wird im Zuge der Elektromotor-Entwicklung für Autos und zum Sparen von Kraftstoff wichtiger. Audi setzt seit Jahren auf Aluminium, BMW nutzt für seine E-Autos Carbon. Nun will Ford seine Forschung in puncto neue Materialien wieder verstärken. Als Grundlagen sollen Agave-Fasern dienen.

In der Automobilbranche zeichnet sich eine neue Zusammenarbeit ab. Ford hat sich mit dem weltweit größten Hersteller von Tequila, Jose Cuervo®, für ein Forschungsprojekt abgesprochen. Bei der Herstellung von Tequila bleiben die Pflanzenfasern der Agave als Nebenprodukt tonnenweise übrig. Nur ein kleiner Teil wird bisher als Kompost für die Farmen des Tequila-Herstellers verwendet, zusätzlich dazu nutzen einige lokale Handwerker das Nebenprodukt für ihre Kunst. Doch der Großteil der Fasern bleibt unbenutzt.

Zusammen mit Ford will Jose Cuervo® deshalb einen nachhaltigen Biokunststoff für Fahrzeugteile aus den Pflanzenfasern entwickeln. Derzeit werden die Haltbarkeit und die Wärmebeständigkeit des Materials getestet, um zu entscheiden, in welchem Bereich des Autos sie eingesetzt werden könnten. Tragende Teile, aber auch Kabelbäume und Ablagen könnte so produziert werden.

„Als führendes Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit entwickeln wir neue Technologien, um Materialen und Fasern aus Abfällen effizient einzusetzen – und damit die Verwendung von  auf Erdöl basierenden Erzeugnissen nach Möglichkeit zu verringern und unsere Fahrzeuge leichter zu machen, um Kraftstoff zu sparen“, sagt Debbie Mielewsk von Ford.

Der Einsatz von Biomaterialien in Autos ist für Ford kein völliges Neuland. Bereits jetzt kommen Rohstoffe wie Cellulose, Kokos-Fasen und Soja-Schaum zum Einsatz. „Bei einem Auto werden heutzutage fast 200 Kilogramm Kunststoff verbaut“, so Mielewski. Fords Aufgabe sei es, eine geeignete Verwendung für Biomaterialien wie etwa Agave-Fasern zu finden, um die Umwelt sinnvoll zu entlasten.

In dem Zusammenhang präsentierte Ford zu Beginn des Jahres auch seine Fortschritte bei dem Versuch, CO2 in Schaumstoff umzuwandeln. Drei Jahre hat das Unternehmen bereits an einem derartigen Material geforscht. Es handelt sich dabei um einen formbaren Kunststoff, der zur Hälfte aus Kohlendioxid besteht, aus kohlendioxidbasierten Polyolen.

 

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