Smart-Besitzer können ihr Auto als Paketkasten nutzen

Die Deutsche Post weitet ihre Paketzustellung in Zusammenarbeit mit Smart aus. Besitzer des Kleinwagens können ihre Autos ab Herbst als mobile Lieferadresse für Paketsendungen nutzen.

Wer Besitzer eines Smarts ist, kann sich bald seine Pakete auch bequem ins Auto liefern lassen. Ab Herbst startet das Pilotprojekt der Deutschen Post und Smart zunächst in Stuttgart. Wenig später soll en auch Köln, Bonn und Berlin einen Testlauf erhalten. „Wer als Besitzer eines Smart an diesem Markttest teilnehmen möchte, kann sich über die Seite www.smart.com/drop näher informieren und ab September bewerben“, so die Deutsche Post.

Die beiden Unternehmen hätten eine gemeinsame Lösung für die Zustellung in den Kofferraum entwickelt – damit solle sowohl die Sicherheit des Fahrzeugs als auch die der zugestellten Ware gewährleistet werden. Smart übernehme die nötige Nachrüstung des Fahrzeugs beim Händler. „Mit dem neuen Service erweitern wir das Nutzungsspektrum unseres Fahrzeugs und bieten so ein über das Auto hinausgehendes Mobilitätskonzept an, das gleichzeitig der Auftakt unserer Offensive für mehr urbane Lebensqualität ist“, sagte die Smart-Chefin Annette Winkler.

Die Zustellung in den Kofferraum soll über Smartphones und speziell entwickelte Apps erfolgen. Der Smart-Fahrer kann bei einer Online-Bestellung seinen Wagen als Empfängeradresse angeben. Parkt das Fahrzeug in der Nähe seiner Wohnung, kommt der Paketbote zum Smart. Der Bote wird ebenfalls per App über den Lieferort informiert und erhält einen einmaligen, zeitlich begrenzten Zugang zum Auto. Der Bote kann dann das Paket im Kofferraum deponieren – oder Retouren mitnehmen. Der Smart-Fahrer wird durch die App informiert, dass er seine Bestellung aus dem Kofferraum holen kann. Die Post hatte die Zustellung per Kofferraum bereits gemeinsam mit Audi im Großraum München getestet.

Der Post spielt der Boom des Online-Handels in die Hände. Die Kunden bestellen bei Internet-Händlern von Amazon bis Zalando, Post-Zusteller bringen die Pakete dann zum Verbraucher. Branchenexperten rechnen jedoch damit, dass der US-Riese Amazon selbst zunehmend Kontrolle über die Auslieferung der Pakete gewinnen will – und damit für die Post und andere Logistiker vom Großkunden zum Rivalen werden könnte.

Der Bonner Konzern versucht deshalb, seine Lieferdienste weiter auszubauen – zuletzt etwa mit Paketkästen vor Wohnhäusern. Die Post hat in der Bundesrepublik zudem über 2.700 Packstationen aufgestellt. Amazon prüft, ebenfalls solche Stationen einzurichten. Dort könnten Amazon-Kunden Sendungen abholen, falls die Paketboten sie zuhause nicht erreichen.

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