ETH Zürich entwickelt fliegenden Zug

Ingenieure der ETH Lausanne arbeiten derzeit an einer Möglichkeit, auch ohne Brücke und Tunnel mit dem Zug große Strecken beispielsweise über das Meer zu überbrücken. Ein Clicksystem soll Waggons mit einem Flugzeug verbinden und reisen noch entspannter machen.

Clip Air heißt das Projekt der ETH Lausanne. Dabei geht es um eine neue Art Flugzeug, die es ermöglichen soll, im Zugwaggon sitzen zu bleiben und fliegenderweise damit auf Reisen zu gehen. So könnte eine Atlantiküberquerung mit dem Zugwaggon bald möglich sein.

Dafür arbeiten die Ingenieure der Universität derzeit an einem Nurflügler-Flugzeug, bei dem die Waggons unter den Tragflächen befestigt werden sollen. Am Ende soll das neuartige Verkehrsmittel sogar weniger Treibstoff benötigen als herkömmliche Flugzeuge. Die bisherigen Entwicklungen zeigen einen Nurflügler, der dank seiner drei Turbinen drei Kapseln mit einer Länge von 30 Metern und einem Gewicht von 30 Tonnen transportieren kann.

Jede der Kapseln soll 150 Passagiere Platz bieten. Damit könnte das neuartige Flugzeug 450 Passagiere auf einmal transportieren. Zum Vergleich: Um 450 Menschen mit normalen Flugzeugen zu transportieren, würde man bisher drei Airbus A 320 und somit auch sechs Turbinen benötigen.

Der erste Schritt hin zum neuen Transportmittel ist nun die Testphase mit einer Drohne. Diese verfügt über eine Spannweite von zehn Metern und soll behilflich sein, das Clip-Air-Prinzip unter realen Bedingungen zu testen und Informationen über den tatsächlichen Treibstoffverbrauch zu erhalten.

So weit entfernt von der Realität liegen die Schweizer Ingenieure aber nicht, wie ein Blick in die Forschungsarbeit von Airbus zeigt. Im November des vergangenen Jahres wurde ein Patentantrag von Airbus von der US-amerikanischen Patentbehörde genehmigt. Hierbei ging es um modulare Kabinen, die es ermöglichen sollen, die Standzeiten des Flugzeugs beim „Be- und Entladen von Passagieren“ zu reduzieren. Wären die Kabinen vom Flugzeug unabhängig, könnten die Passagiere bereits viel früher einsteigen.

Gänge oder Bustransporte über die Gangway wären unnötig. Die Passagiere würden nach dem Check In direkt am Gate in die Kabinen steigen. Mit einer Hebevorrichtung sollen diese im Anschluss am Rumpf des Flugzeuges angesetzt werden. Entsprechend könnte das Flugzeug nach der Landung sofort zur nächsten Kabine übergehen, statt warten zu müssen, bis alle Passagiere und Gepäckstücke das Flugzeug verlassen haben.

Ob dieses Patent jedoch tatsächlich irgendwann zu einer Entwicklung führt, ist noch unklar. Neue Flugzeuge und Kabinen müssten gebaut und ganz Flughäfen vermutlich umgerüstet werden. Vielleicht ließe der Neubau oder die Modernisierung von Flughäfen aber eine solche Umrüstung zu Testzwecken schon einmal zu.

Kommentare

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  1. Jan Neubauer sagt:

    Vielleicht keine schlechte Idee, Module für Reisende zu entwickeln, die dann einfach je nach Ziel an bestimmte Trägersysteme angeschlossen werden. Vielleicht geht es eines Tages soweit, das ein Teil eines Autos (der gemütliche mit Insassen) adaptiert wird. Man kann sich aber auch einfach Flügelchen an einer Dampflok vorstellen, in seiner Welt bleiben und sich über Studenten im Allgemeinen aufregen…

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Was da so für Ideen auftauchen,und das aus dem Kreis
    von Hochschulen, die müssten grundsätzlich nach sinnvollen
    auch technischen Lösungen suchen und Vorschen.
    Ganze Eisenbahnwagons durch die Luft Transportieren und
    das zur Einsparung von einer kurzen Umsteigezeit.
    Mit Verlaub bescheuert. Für so Unsinnvorschung werden
    Staatliche Steuergelder sinnlos verpulvert.
    Grins. Schwehrfällige Eisenbahnwagons die nach wie
    vor auf der Technischen Errungenschaften Basistechnologie
    aus dem 19. Jahrhundert durch die Lande Rattern.
    Diese (Entschuldigung) Klugscheisser haben es bis heute
    nicht geschafft, auch wirtschaftlich sinnvolle Neuerungen
    aufzugleisen,resp. anzuregen.
    Etwas zwischen Dampftechnologie und durchgeknalltem Futurismus.