Gesetzlich Versicherte müssen tiefer in die Tasche greifen

Die Beitragssätze bei den gesetzlichen Krankenkassen werden sich in den nächsten Jahren erhöhen. Grund dafür seien die gestiegenen Ausgaben sowie neue Reformen der Regierung.

Den gesetzlich Versicherten stehen in den kommenden Jahren deutlich steigende Beitragssätze ins Haus. Voraussichtlich werde der Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer bis zum Jahr 2019 im Schnitt auf 1,8 Prozent steigen, sagte die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, am Donnerstag. Im vergangenen Jahr war der Verband noch von einer Steigerung auf 1,4 bis 1,8 Prozent ausgegangen. Wie die aktuellen Entwicklungen zeigten, werde aber wohl das obere Ende erreicht werden, sagte Pfeiffer. In diesem Jahr liegt der Zusatzbeitrag, den die Arbeitnehmer allein zahlen müssen, im Schnitt bei rund 1,1 Prozent.

Pfeiffer verwies auf steigende Ausgaben, die die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung überstiegen, sowie auf eine Reihe kostspieliger Reformen der Regierung. „Steigende Zusatzbeitragssätze sind Realität“, sagte die GKV-Chefin. Die Verbandsvorsitzende bemängelte zugleich, die Zuschüsse des Bundes für die Gesundheitsversorgung von Arbeitslosengeld-II-Empfängern seien zu gering. Die Kassen erhalten für jeden Hartz-IV-Bezieher monatlich 90 Euro. Laut Pfeiffer müssten es jedoch 136 Euro sein. Daraus ergebe sich für dieses Jahr eine Deckungslücke von 2,3 Milliarden Euro.

Den Zusatzbeitrag kann jede Kasse individuell festlegen. Hinzu kommt der allgemeine Beitragssatz, der bei 14,6 Prozent festgeschrieben ist und den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte teilen.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. H. J. Weber sagt:

    Ja- es macht sich bezahlt, wenn man nur eine gesetzliche Minirente bekommt und dafür reichlich in eine private Altersversicherung invertiert hat, von der ***legal***keine KK-Beiträge berechnet werden können/müssen.
    Bei meiner Minirente ist mir eine Erhöhung der KK-Beiträge vollkommen egal, denn ob ich 30,00 Euro KK-Beiträge/Monat zahlen muss, ober einige Prozente mehr, ist mir vollkommen gleichgültig.
    Selbst wenn ich meinen kleinen Goldschatz angeben würde, müsste ich von den etwa 400% Kursgewinnen der letzten 25 Jahre auch keine Steuern und KK-Beiträge zahlen.
    Jedes Jahr im Schnitt 8,4% legal steuerfrei.
    Es ist schon irre, selbst den doppelten Zuschuss zum Zahnersatz erhalte ich, weil ich meinen kleinen Goldschatz nicht angeben muss.
    Aber das erzähle ich den Leuten seit 30 Jahren; sie begreifen es nicht, aber beschweren sich.

    Viele Grüße
    H. J. Weber