Bund verdient mit Schulden rund 1,5 Milliarden Euro

Die Minuszinsen auf deutsche Staatsanleihen spülen dem Bund kräftig Geld in die Kasse. Im ersten Halbjahr ergab sich in der Zinsbilanz des Bundes in drei Monaten ein Minus - es kam also mehr Geld herein, als gezahlt werden musste.

Das Ministerium betonte jedoch, eine Aussage über die Auswirkungen auf den Haushalt sei noch nicht möglich.

Insgesamt zahlte der Bund laut den Daten des Ministeriums in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 7,5 Milliarden Euro an Zinsen. Allerdings kamen im März, Mai und Juni jeweils mehr Zinsen herein, als ausgegeben werden mussten. Insgesamt wurden Zinseinnahmen von 1,5 Milliarden Euro verzeichnet. Diese standen Zinsausgaben von 9,0 Milliarden Euro gegenüber.

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums betonte am Montag allerdings, zu den konkreten Auswirkungen auf den Bundeshaushalt könne sich noch nichts gesagt werden, da es sich um unterjährige Zahlen handele. Es müsse die weitere Entwicklung abgewartet werden. „Abgerechnet wird am Jahresende“, erklärte der Sprecher. Er verwies darauf, dass etwaigen Entlastungen im Haushalt auch weitere Belastungen gegenüber stünden, etwa weitere zwei Milliarden Euro für die Bundesländer zur Integration von Flüchtlingen.

Jedenfalls hilft die derzeitige Lage dem Bund bei seiner Finanzierung. Bestimmte staatliche Schuldverschreibungen werden bereits seit Längerem mit negativen Zinsen ausgegeben oder auf dem sogenannten Sekundärmarkt entsprechend gehandelt. Mitte Juli gab Deutschland außerdem zum ersten Mal überhaupt eine zehnjährige Bundesanleihe mit negativer Rendite aus. Abnehmer des Papiers bekommen nach Ablauf der zehn Jahre weniger Geld zurück, als sie bezahlt haben – im Durchschnitt 0,05 Prozent.

Hintergrund der Entwicklung sind Sorgen an den Finanzmärkten, etwa über die Folgen des Brexit-Votums in Großbritannien und Probleme des italienischen Bankensektors. Deutsche Staatsanleihen gelten als sichere Zuflucht – so sicher, dass Anleger bereit sind draufzuzahlen, um ihr Geld hier parken zu können.

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