Bilfinger trennt sich von Windrad-Baugeschäft

Bilfinger hat die angekündigte Trennung vom Geschäft mit Windrad-Fundamenten vollzogen. Die Fertigung werde an die VTC-Gruppe in München verkauft, die Installation der Offshore-Anlagen in Polen an die niederländische Gruppe Van Oord, wie Bilfinger am Freitag mitteilte.

Der krisengeplagte Ingenieur- und Dienstleistungskonzern hatte schon im Herbst angekündigt, eine Trennung von den Aktivitäten in der Offshore-Windenergie zu prüfen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es weiter. In der Anlageninstallation machte Bilfinger im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge 100 Millionen Euro Umsatz, die Fertigung in Polen läuft gerade erst an.

In den anderen Branchen geht es für Bilfinger voran. Ende Juli teilte der Konzern mit, für eine der größten Raffinerien im Iran das gesamte Prozessleitsystem zu liefern. „Der Iran hat großen Nachholbedarf, seine Industrieanlagen zu modernisieren, und Bilfinger kann in Kooperation mit iranischen Unternehmen dazu beitragen“, sagt Tom Blades. Die Raffinerie in der Stadt Isfahan gehört der Esfahan Oil Refining Company (EORC) und ist seit 1979 in Betrieb gegangen.

Darüber hinaus hat Bilfinger auch einen millionenschweren Auftrag von dem norwegischen Aluminiumunternehmen Hydro erhalten. Bilfinger soll 60 Elektrolysezellen für die Hydro Technology Pilotanlage am Standort Karmøy in Norwegen produzieren. Die Arbeiten sollen im zweiten Halbjahr 2017 abgeschlossen sein.

Bilfinger ist seit Jahren in der Krise. 2015 wurde ein Rekordverlust von knapp einer halben Milliarde Euro eingefahren. Vom neuen Vorstandschef wird eine überzeugende Strategie für die Zukunft erwartet. Nach dem Verkauf der profitablen Bau- und Gebäudedienstleistungen ist Bilfinger deutlich geschrumpft. Seit Juli ist Tom Blades der neue Vorstandschef und krempelt das Unternehmen um.

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