Unions-Mittelständler fordern große Steuerreform

Die Union CDU/CSU will im kommenden Wahlkampf den Mittelstand unterstützen. Besonders Geringverdiener müssten entlastet werden, damit sich Mehrarbeit auch wieder lohne.

Der Wirtschaftsflügel der Union will mit Plänen für eine große Steuerreform in den Bundestagswahlkampf ziehen. Mit der vorgeschlagenen dreistufigen Reform sollten die Bürger im Jahr 2020 um insgesamt 30 bis 40 Milliarden Euro entlastet werden, zitierten die Zeitungen der Funke Mediengruppe aus dem am Samstag von der Mittelstandsvereinigung von CDU und CSU verabschiedeten Konzept.

„Ziel muss eine Entlastung sein, die in der finalen Wirkung rund einem Drittel der erwarteten Steuermehreinnahmen entspricht“, heißt es demnach in dem Papier. Für viele lohne sich Mehrarbeit nicht, weil der Staat zu viel abschöpfe, sagte der Vorsitzende der Unions-Mittelständler, Carsten Linnemann, den Zeitungen. „Wir wollen unser Steuersystem deshalb nicht nur einfacher, sondern auch leistungsfreundlicher machen.“

In einer ersten Stufe solle im Jahr 2018 der pauschale Betrag für Werbungskosten von jetzt 1000 auf 2000 Euro verdoppelt werden. Ein Jahr später soll der Steuertarif angepasst werden, wodurch Geringverdiener mit einem Jahreseinkommen zwischen 8600 und 13.700 Euro etwas entlastet werden sollen. Menschen mit einem höheren Einkommen könnten noch stärker profitieren.

Der Spitzensteuersatz solle ab 60.000 Euro Jahresgehalt gelten statt wie bisher bei 53.600 Euro. In einem dritten Schritt solle 2020 der Kinderfreibetrag auf den Wert für Erwachsene angehoben werden, das Kindergeld solle erhöht werden.

Bezahlt werden solle die Reform aus den erwarteten Steuermehreinnahmen der nächsten Jahre. „Die Entlastungswirkung soll stets circa einem Drittel der erwarteten Steuermehreinnahmen entsprechen“, heiße es in dem Konzept. Nehme der Staat noch mehr Steuern ein als erwartet, solle auch die Entlastungswirkung größer werden – und umgekehrt.

Kommentare

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  1. Brigitte sagt:

    Aha, es werden also Steuermehreinnahmen erwartet. Warum bitteschön plündert Ihr dann den Gesundheitsfond, welcher statt das Ihr die Kosten für die Asylanten locker aus den Steuermehreinnahmen finanziert?

    Wenn Ihr Politiker aus der CDU/CSU wirklich wollt, das bei den Arbeitnehmern mehr hängen bleibt und sie ihre Forderungen nach kürzeren Arbeitszeiten, etc. auch durchsetzen können, dann streicht die bisherige Besteuerung der Löhne und verteilt die Steuerlast mit einer prozentual einheitlichen Steuer auf die Abschreibungen (Investitionen), dem Arbeitnehmerentgelt und jeglichen Gewinn. Dadurch verringern sich die Kosten für einen Arbeitnehmer, während sich diese für Maschinen verteuern. Da die Unternehmen unter ständiger Konkurrenz stehen, werden sie zur für sie günstigeren Alternative greifen.

    Auch wenn u.a. dadurch die Sozialkassen aufgrund höherer Einzahlungen entlastet werden, denke ich allerdings, dass sich wohl kein Politiker mit der investitionsträchtigen Industrie anlegen möchte.