Goldkäufe steigen in erstem Halbjahr massiv

Im ersten Halbjahr 2015 wurde so viel physisches Gold gehandelt wie nie zuvor. Das Volumen der Käufe lag sogar deutlich höher als im Krisenjahr 2009. An den Märkten wird offenbar mit bevorstehenden Krisen gerechnet – der Goldpreis stieg in der Folge merklich an.

Angesichts globaler Unsicherheiten und einer anhaltend lockeren Geldpolitik war Gold in der ersten Jahreshälfte bei Anlegern so beliebt wie nie zuvor in diesem Zeitraum. In den Monaten Januar bis Juni hätten Investoren 1064 Tonnen Gold gekauft, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht des World Gold Council, einem Verband der Goldminenbranche mit Sitz in London. Demnach war die Nachfrage sogar um 16 Prozent höher als in der ersten Jahreshälfte 2009 als die Anleger nach dem Ausbruch der Finanzkrise scharenweise in Gold als sicheren Anlagehafen flüchteten.

Die ungewöhnlich hohe Nachfrage sei insbesondere auf die lockere Geldpolitik wichtiger Notenbanken zurückzuführen, heißt es in dem Bericht. Niedrig- und Negativzinsen machen die Geldanlage in zinslose Sachwerte wie Gold vergleichsweise attraktiver. Hinzu kämen wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, unter anderem wegen des Brexit-Votums, der Schieflage im italienischen Bankensektor und der instabilen Lage im Nahen Osten. Die hohe Nachfrage führte seit Januar zu einem steigenden Goldpreis. Konnten Käufer zum Jahresbeginn eine Feinunze (31,1 Gramm) noch für unter 1075 Dollar bekommen, müssen sie derzeit über 1340 Dollar hinblättern.

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