VW: Forscher finden Sicherheitslücke bei Funkautoschlüsseln

Ein weit verbreiteter Autoschlüssel von Volkswagen kann nach einer Untersuchung von Sicherheitsexperten geknackt werden. Wie Forscher der Universität von Birmingham berichteten, kann das Funksignal zum Öffnen oder Verschließen eines Autos kopiert werden, während der Besitzer den Knopf auf dem Schlüssel drückt.

Betroffen seien die meisten Modelle der VW-Marken Volkswagen, Audi, Skoda und Seat ab dem Baujahr 1995. Das wäre ein Großteil von schätzungsweise 100 Millionen Fahrzeugen, die seither auf die Straße rollten. Auch der aktuelle Audi Q3 soll darunter sein. Über die Arbeit der Forscher berichtete am Donnerstag auch der NDR.

Ein VW-Sprecher erklärte, die zuständige Fachabteilung des Konzerns sei mit den Wissenschaftlern in Kontakt. Deren Ergebnisse zeigten, dass die Sicherheitssysteme der bis zu 15 Jahre alten Fahrzeuge nicht das gleiche Sicherheitsniveau aufwiesen wie die aktuellen Fahrzeuge. Diese seien von dem geschilderten Problem nicht betroffen. Zur Zahl der Fahrzeuge mit dem entsprechenden Schlüssel machte der Konzern keine Angaben.

VW vereinbarte dem Sprecher zufolge mit den Experten, bei ihrer Veröffentlichung auf Inhalte zu verzichten, die versierten Kriminellen nutzen könnten. „Ein Fahrzeugdiebstahl ist auf diesem Wege nicht möglich.“ Der Diebstahlschutz werde ständig erhöht. „Trotzdem kann es letztlich keine hundertprozentige Sicherheit geben.“

Die Studie mit dem Titel „Schließ ab und verlier es trotzdem: Zur Un-Sicherheit von automobiltechnischen Fernbedienungsschlüsselsystemen“ soll an diesem Freitag auf einer Konferenz zu Computersicherheit in Austin/Texas vorgestellt werden, so Reuters. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen kritisierte, die Autoindustrie sei bisher zu blauäugig gegenüber Hacking gewesen und müsse sich stärker um das Thema Cyber-Security kümmern.

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