Niedriger Ölpreis zwingt OMV zu weiterem Sparen

Der österreichische Konzern muss wegen des anhaltenden Ölpreisverfalls Investitionen zurückfahren.

Der Ölkonzern OMV muss wegen der niedrigen Öl- und Gaspreise sowie der gesunkenen Raffineriemargen den Gürtel noch enger schnallen. Die für 2016 geplanten Investitionen seien auf 2,2 Milliarden Euro von bisher 2,4 Milliarden Euro gesenkt worden, teilte das österreichische Unternehmen mit. Noch vor einem Jahr wollte OMV bis 2017 durchschnittlich 2,5 bis 3,0 Milliarden Euro jährlich investieren. Zudem setzte sich der teilstaatliche Konzern für 2017 ein neues Kostensenkungsziel von über 150 Millionen Euro. Die bislang geplanten Einsparungen von über 100 Millionen Euro werde man bereits 2016 erreichen. Vor allem im Geschäft mit der Suche und Förderung von Öl und Gas setzt OMV der niedrige Ölpreis zu. Der Konzern habe zu hohe Kosten in der Förderung, um bei niedrigen Ölpreisen wettbewerbsfähig zu sein. Die Anleger straften OMV ab: Die Papiere zählten im Wiener Leitindex mit einem Minus von gut einem Prozent zu den größten Verlierern.

Der von Analysten viel beachtete, um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (CCS Ebit) brach im zweiten Quartal um 43 Prozent auf 214 Millionen Euro ein. OMV liegt damit aber über den Erwartungen. Analysten hatten im Schnitt mit einem CCS Ebit von 190 Millionen Euro gerechnet. Sinkende Erträge erwartet OMV auch im Geschäft mit der Herstellung von Benzin und Diesel. Die Raffineriemarge werde in der zweiten Jahreshälfte unter dem Niveau der ersten Jahreshälfte liegen. Konzernchef Rainer Seele hatte dies bereits in der Vorwoche in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters angekündigt.

Nach Sondereffekten weist Österreichs größter Industriekonzern für das zweite Quartal unter dem Strich einen Verlust von 222 Millionen Euro aus. Grund dafür sei eine Wertberichtigung in Höhe von gut einer halben Milliarde Euro für das Öl- und Gasprojekt Rosebank. Die Österreicher verkaufen einen 30-Prozent-Anteil an Rosebank an das kanadische Energieunternehmen Suncor Energy, gab die OMV bekannt. Damit hält der Konzern mit Sitz in Wien noch 20 Prozent an dem Projekt. Dieser Schritt reduziere die zukünftigen Investitionsverpflichtungen und stehe im Einklang mit der Strategie, das Upstream-Portfolio zu optimieren, sagte OMV-Chef Rainer Seele. Suncor werde bei Abschluss des Deals im vierten Quartal eine Erstzahlung von 50 Millionen Dollar leisten. Zudem erhalte OMV eine zusätzliche Zahlung von bis zu 165 Millionen Dollar, wenn sich die Rosebank-Partner auf eine finale Investitionsentscheidung einigen, erklärte OMV. Das Feld Rosebank wurde laut OMV im Dezember 2004 entdeckt und liegt rund 130 km nordwestlich der Shetlandinseln in einer Wassertiefe von rund 1110 Metern.

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