Websuche: Österreicher werden lieber animiert

Eine Studie zeigt den Trend der Internetnutzer in Österreich von Jung bis Alt – mit erstaunlichen Ergebnissen: Text-Informationen sind weit weniger beliebt als Videos.

Einem jeden ist die Situation vertraut: Wer nicht weiter weiß, sucht die Lösung schnell einmal im Internet. Eine Studie des Mobilfunkers A1 in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut GfK Austria ergab nun Einblicke in die Suchgewohnheiten der Österreicher: Sie verfolgen lieber Videos als sich die Lösung eines Problems selbst anzueignen.

Befragt wurden dafür online 1100 Smartphone-Nutzer, die 12 Jahre oder älter waren. Die Dauer der Erhebung zog sich über den Juni 2016. Dabei lag die Frage zugrunde, ob man heutzutage durch das Internet dümmer werde.

Die Ergebnisse der Studie zeigen jedoch das Gegenteil. Denn etwa 82 Prozent der Befragten nutzen sogenannte Lifehacks. Hier handelt es sich um produzierte Videos, die Schritt für Schritt einen Vorgang beschreiben und oft im Zeitraffer präsentieren.

Ein besonderes Augenmerk liege jedoch auf der sogenannten Generation Z – alle Jahrgänge von 1995 bis 2010. Diese Generation hole sich Informationen aus dem Internet am liebsten über Lifehacks, so Rudolf Bretschneider, Gesellschafter und Konsulent bei der GfK Austria GmbH. Diese seien weitaus beliebter als Informationen im Text-Format. Der Studie zufolge nutzen sogar 66 Prozent diese Tipps im Alltag. Die Intention dahinter sei allgemeiner Wissensdurst und die Möglichkeit, sich Informationen schneller aneignen zu können.

Doch auch der Anteil an Senioren, die diese Selfmade-Videos nutzen, sei gestiegen. 75 Prozent der Befragten über 70 Jahre schätzen die Anonymität des Internets und eignen sich ebenfalls Wissen auf diesem Wege an. A1-Geschäftsführerin Magarete Schramböck begründet diese Entwicklung mit der stets leichten Zugänglichkeit, ständig verfügbaren Inhalten und einer gewährleisteten Unabhängigkeit von anderen.

Die beliebtesten Bereiche für Ratschläge sind die Nahrungsmittel-Zubereitung, kleinere Reparaturen an technischen Geräten, Deko-Ideen oder alle Informationen um die körperliche Fitness.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Mehrheit der befragten Österreicher das Internet lieber als Wissensfundus nutzt und dies auch als Erleichterung im Alltag empfindet. Kritisiert wird diese Aussage jedoch von Akademikern und der Generation Y, also Jahrgängen von 1980 bis 1999. Sie halten Informationen im Netz für einen gefährlichen Hort des Halbwissens.

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