Bundesbank empfiehlt Renten-Eintritt mit 69 Jahren

Die Bundesbank bringt ein Renteneintrittsalter von 69 Jahren ins Spiel. Anders ließen sich die Folgen des demografischen Wandels langfristig nicht abfedern. Insbesondere ab dem Jahr 2030 werde sich die Situation verschärfen.

Die Deutschen müssen sich aus Sicht der Bundesbank langfristig auf einen späteren Eintritt in den Ruhestand und deutlich höhere Rentenbeiträge einstellen. In ihrem am Montag vorgelegten Monatsbericht empfiehlt die deutsche Notenbank eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 69 Jahre bis 2060. Die günstige Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung und die bis 2030 reichenden Berechnungen der Bundesregierung dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass „weitere Anpassungen unvermeidlich seien“, heißt es in dem Bericht. „Dabei sollte eine längere Lebensarbeitszeit nicht tabuisiert werden.“

Viele der Vorausberechnungen bis zum Jahr 2030 gründen auf Berechnungen aus dem Jahr 1989. Die Rentenprognosen seien bisher aber nicht über das Jahr 2030 hinaus verlängert worden, so dass der Prognose-Zeitraum lediglich 14 Jahre beträgt, schreibt die Neue Zürcher Zeitung.

Derzeit wird das Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Die Vorausberechnungen der Bundesregierung bis zum Jahr 2030 sehen zudem vor, den Rentenbeitrag auf maximal 22 Prozent des Bruttoverdiensts der Arbeitnehmer zu begrenzen. Ferner soll das Rentenniveau bis 2030 nicht unter 43 Prozent des Durchschnittslohns sinken (derzeit knapp 48 Prozent).

Die Bundesbank warnt nun, dass sich diese Ziele wegen der steigenden Lebenserwartung und der niedrigen Geburtenrate langfristig nicht halten lassen. Verlängere man die Berechnungen bis 2060 unter gleichen Annahmen, sinke das Rentenniveau auf gut 40 Prozent.

Um dies zu verhindern, müsse am Rentenalter angesetzt werden, folgert die Bundesbank. „Konkret stiege in diesem Fall das gesetzliche Rentenalter bis zum Jahr 2060 auf etwa 69 Jahre“, heißt es in dem Bericht. Mit einer längeren Arbeitszeit lasse sich das Rentenniveau stabilisieren: Die Experten rechnen dann mit einem Rentenniveau von 44 Prozent des Durchschnittslohns. Sie unterstellen dafür, dass Arbeitnehmer von 2030 an 49 Jahre lang Rentenbeiträge zahlen – heute ist die Einzahlzeit auf 45 Jahre begrenzt.

Dennoch erwarten die Fachleute bis 2060 einen deutlichen Anstieg des Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung: von derzeit 18,7 Prozent des Durchschnittslohns auf dann knapp 24 Prozent. Denn bis Mitte der 2030er Jahre gingen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente, das Verhältnis von Rentnern und Beitragszahlern verschlechtere sich weiter.

Die Bundesbank empfiehlt ferner, die private Altersvorsorge zu vereinfachen und transparenter zu machen, um Versicherten einen besseren Überblick auf ihre gesamten Rentenansprüche zu verschaffen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. H. J. Weber sagt:

    Es geht doch gar nicht darum, dass die Menschen wirklich bis 69 arbeiten sollen.
    Sondern es geht darum, dass die Menschen vor dem offiziellen Rentenalter, ihre eigene Hartz IV und die Grundsicherung mit dem privaten Vermögen finanzieren und in dieser Zeit auch möglichst versterben.
    Schon heute schafft ein Bauhandwerker kaum noch mit 60 Jahren auf der Baustelle zu stehen und dann soll er gefälligst die letzten 9 Jahre bis zur Rente damit finanzieren, dass seine private Vorsorge aufgebraucht wird.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  2. Mossbach sagt:

    Das regelmäßige Anheben von Renteneintrittsalter hat nur den Zweck die Rentner um die einbezahlten Zwangsbeiträge teilweise zu betrügen.
    Jobs ab 50 gibt es kaum. Der Trend geht zum Jüngeren. U.a. durch demografische Falle, Automatisierung, Robotisierung, globale Jobauslagerungen, usw.
    Für die Opfer bedeutet es viele Jahre / Jahrzehnte zwischen Alters- Arbeitslosigkeit und Renteneintrittsalter von Hartz 4 oder Sozialleitungen zu vegetieren, die meistens weniger € bringen als die Renten, besonders bei den älteren Renten. Und die, die für Alter etwas gespart haben, die werden zusätzlich um das gesparte auch betrogen. Den H4 / Sozialleistungen gibt es nur bei Bedürftigkeit, also erst nachdem das Ersparte verlebt wurde. Auch nähere Familienangehörige (Kinder, Eltern, Partner) werden für diesen Zeitraum zum Mitzahlen nach §§ 1601 bis 1615 BGB genötigt.
    Die Renten sicher sicher, aber schon lange nicht mehr in der suggerierten und erwarteten Höhe und Kaufkraft.
    Viele Renten von den aus Niedriglohnsegment, fallen schon heute unter der Armutsgrenze bzw. unter dem Sozialhilfesatz aus.