Schweizer Sanitärfirma Geberit profitiert von Bauboom in Europa

Die starke Baukonjunktur in weiten Teilen Europas hat bei der Schweizer Sanitärtechnikfirma Geberit im ersten Halbjahr 2016 die Kassen klingeln lassen. Das Nettoergebnis stieg um 44,8 Prozent auf 316,3 Millionen Franken. Den Umsatz wuchs um 13,2 Prozent auf 1,48 Milliarden Franken.

Stark wuchs die Firma in ihrem wichtigsten Markt Deutschland, wo Geberit rund 30 Prozent der Erlöse einfährt. Die positive Entwicklung dürfte anhalten, sagte Konzernchef Christian Buhl auf einer Telefonkonferenz. Eine Überhitzung des Marktes sei nicht auszumachen. Wegen der rekordtiefen Zinsen investieren Anleger seit längerem verstärkt in Immobilien. Auch in der Schweiz, auf der iberischen Halbinsel und in Osteuropa legte der Konzern kräftig zu. Dagegen waren die Verkäufe in Nordamerika und im Fernen Osten rückläufig.

Geberit ist nach eigenen Angaben größte Hersteller von Sanitärprodukten vor der spanischen Roca und der deutschen Grohe. Mit der rund eine Milliarde Euro im Jahr 2014 gekauften finnischen Sanitec ist der Konzern, der bis dahin vor allem Sanitärtechnik wie Installationssysteme, Spülkästen und -systeme sowie Rohrleitungssysteme installierte, in den Bereich Sanitärkeramik vorgestoßen, in dem er nun gut ein Viertel des Umsatzes erzielt. Damit dürfte Geberit vermehrt auch bei Renovierungen und Modernisierungen zum Zuge kommen.

Für 2016 erwartet der Konzern ein akquisitions- und währungsbereinigtes Wachstum des Nettoumsatzes von rund fünf Prozent und eine bereinigte operative Cashflow-Marge von 28 Prozent, berichtet Reuters. Ob die Aktionäre von den guten Aussichten der Firma profitieren werden, ließ der Konzernchef offen. „Aktienrückkäufe werden derzeit nicht diskutiert“, sagte Buhl. Priorität habe für Geberit der Schuldenabbau. Geberit strebe weiterhin eine Ausschüttungsquote von 50 bis 70 Prozent an, sagte Buhl.

Geberit habe deutlich besser als erwartet abgeschnitten, sagte Martin Hüsler von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). An der Börse kam das Ergebnis sehr gut an. Die Aktie stieg um mehr als fünf Prozent und markierte bei 422,80 Franken ein Rekordhoch.

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