US-Insolvenzen steigen deutlich

Die Zahl der Insolvenzen in den USA stieg im laufenden Jahr deutlich an. Zur Jahresmitte hatten schon mehr Unternehmen ihre Zahlungsunfähigkeit erklären müssen als im gesamten Jahr 2015. Mehr Insolvenzen gab es zuletzt nur im Krisenjahr 2009.

Einem Bericht der Rating-Agentur Standard & Poor’s zufolge steigt die Zahl der bankrotten US-Unternehmen in den USA stark an. Ende Juni lag diese demzufolge bei 100 – die gesamte Konkursmasse stieg auf über 150 Milliarden Dollar. Mittlerweile, so der Finanzblog Zerohedge, sind sogar 113 Firmen betroffen.

Damit mussten bereits Mitte des laufenden Jahres mehr Unternehmen Insolvenz anmelden als im gesamten vergangenen Jahr. Standard & Poor’s zufolge „liegt deren Anzahl 57 Prozent über dem Wert des Vergleichszeitraumes. Das letzte Mal, als die Zahl der Insolvenzen zu diesem Zeitpunkt des Jahres höher lag, war im Krisenjahr 2009 mit 208.“ In diesem Sinne können die Daten als Hinweis auf eine bevorstehende Rezession verstanden werden.

Als Hauptgrund für die zunehmenden Pleiten nennt die Rating-Agentur den Verfall des Erdölpreises. Dieser habe der amerikanischen Fracking-Industrie schweren Schaden zugefügt und viele kleinere Firmen vom Markt genommen.

Die Prognose ist indes negativ. Standard & Poor’s geht davon aus, dass die Insolvenzrate in den USA im vorausliegenden Jahr um etwa 30 Prozent zunehmen und Ende Juni 2017 bei etwa 5,6 Prozent liegen wird. In diesem Zeitraum werden voraussichtlich weitere 99 Firmen der Erdölbranche Insolvenz anmelden müssen. Dies wäre deutlich höher als die 79 Firmen, die bis Ende Juni 2016 aus der Ölwirtschaft Konkurs anmeldeten.

An den Anleihe- und Aktienmärkten macht sich der negative Trend bislang nicht bemerkbar. Ganz im Gegenteil, der breit gefasste S&P 500-Index stieg im laufenden Jahr um rund 8 Prozent und befindet sich auf dem Niveau eines Allzeit-Rekordes. „Während die Insolvenzen wahrscheinlich zunehmen werden, sind Investoren Aktien und Anleihen gegenüber positiv eingestellt. Der Unterschied zwischen den Renditen der ausfallgefährdetsten und der sichersten Anleihen fiel auf 5,6 Prozent – verglichen mit über 8 Prozent im Februar. Der Hauptgrund für den Anstieg der Anleihe-Preise sind die neuesten Interventionen der EZB und der Bank of England, welche aggressiv Unternehmensschulden aufkaufen und Investoren dadurch zwingen, Rendite in riskanteren Anlagen zu suchen“, schreibt Zerohedge.

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