Caterpillar macht Wacker Neuson Konkurrenz

Vom Partner zum Rivalen: Der US-Konzern Caterpillar wird künftig keine Minibagger mehr von Wacker Neuson beziehen und will die Baumaschinen selbst herstellen. Beide Unternehmen hätten sich geeinigt, die 2010 geschlossene Allianz zum 31. Mai 2018 zu beenden.

Mit ersten Auswirkungen auf die Bilanz rechnen die Münchner 2019. Bis dahin werde der Umsatz mit Caterpillar-Maschinen weniger als drei Prozent am Konzernumsatz ausmachen; 2015 waren es von insgesamt 1,4 Milliarden Euro weniger als sechs Prozent. Ausgewählte Minibagger-Modelle werde Wacker allerdings noch bis Ende 2019 liefern.

Ursprünglich sollte die 2010 geschlossene Kooperation über Entwicklung, Herstellung, Vertrieb und Wartung der Fahrzeuge mit einem Gewicht von bis zu drei Tonnen über 20 Jahre laufen. Damals hieß es, die Zusammenarbeit sorge bei Wacker kumuliert für Milliardenumsätze.

Das Ende der Partnerschaft kommt zur Unzeit. Wacker Neuson hatte jüngst seine Jahresprognose eingedampft. Derzeit sorgten Risikomärkte wie Russland, Südafrika, die Türkei und nun auch Großbritannien zunehmend für Unsicherheit, hatte der Vorstand erklärt. Zugleich sei die Marktschwäche in Nordamerika hartnäckiger als erwartet, und die Erholung in vielen Schwellenländern lasse weiter auf sich warten. Der Münchner Konzern hatte den niedrigen Rohstoffpreisen bereits 2015 Tribut gezollt und einen Gewinneinbruch verbucht.

An der Börse gerieten die Aktien von Wacker Neuson unter Druck. Mit einem Minus von 3,4 Prozent waren die Titel größter Verlierer im Kleinwerteindex SDax.

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