Bundesländer schicken im Sommer tausende Lehrer in Arbeitslosigkeit

Die Bundesländer haben während der Sommerferienzeit im vergangenen Jahr tausende Lehrer mit befristeten Verträgen in die Arbeitslosigkeit geschickt.

Im August 2015 war die Zahl der arbeitslosen Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen auf knapp 11 100 gestiegen – im Jahresschnitt ohne den Hauptferienmonat August wurden 5200 arbeitslose Lehrer gezählt. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage von Linken-Fraktionsvize Klaus Ernst hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über die die «Passauer Neue Presse» zuerst berichtet hatte.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hatte bereits im Januar mitgeteilt, dass sich in den Sommerferienmonaten rund 7000 Lehrer mehr arbeitslos gemeldet hatten als in den Nicht-Ferienmonaten. Als Hauptgrund nannte die BA befristete Beschäftigungen. «Erkennbar ist dieses Phänomen insbesondere in den westlichen Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern, dem Saarland und Hamburg», so die BA. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte die Praxis als «skandalös». Zahlen über die Lage in den Sommerferien 2016 lagen noch nicht vor.

«Besonders häufig sind jüngere Lehrkräfte von der Arbeitslosigkeit über die Ferienmonate betroffen. 62 Prozent der Lehrkräfte, die im August 2015 arbeitslos wurden, waren unter 35 Jahre alt. Betrachtet man nur die arbeitslosen Lehrkräfte für allgemeinbildende Schulen, so liegt der Anteil der unter 35-jährigen sogar bei 68 Prozent. Ein Großteil sind Frauen (71 Prozent)«

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  1. Pisslam sagt:

    Typisch für ein Land, in dem Kinder nur noch als Störenfriede und Kostenfaktoren, nicht aber als Zukunft gesehen werden.
    Lieber Inder als Kinder meinte Herr Rüttgers mal.