Airbus entwickelt fliegende Taxis

Nicht nur im Straßenverkehr soll es zukünftig neue Fortbewegungsmittel geben. Auch in der Luftfahrt gibt es neue Entwicklungen, an denen Start-ups wie auch große Unternehmen arbeiten. Airbus beispielsweise arbeitet derzeit an einem eigenen Taxi. Dieses soll Passagiere nach der Landung mit dem Flugzeug nach Hause transportieren – natürlich auf dem Luftweg.

CityAirbus heißt die neue Kreation von Airbus. Eine elektrisch betriebener Drohne, die zukünftig den Straßenverkehr entlasten soll. Dabei geht es um die „Zukunft der städtischen Mobilität“, um es mit den Worten des Flugunternehmens zu sagen. „Um das Jahr 2030 herum werden etwa 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben – das sind zehn Prozent mehr als heute“, so die Airbus Group. Um auf die Sorgen hinsichtlich der dann massiv überlasteten Straßen einzugehen, arbeite Airbus deshalb an dem Traum vieler: Einfach über den Stau mit dem Drücken nur eines Knopfes hinweg zu fliegen.

Einer Studie zufolge verlieren Londons Einwohner jährlich 35 Werktage allein durch das Feststecken im Verkehr. Und die immensen Staus in Sao Paulo kosten der brasilianische Wirtschaft jedes Jahr 31 Milliarden Dollar. Hier will Airbus ansetzen. Die Innovationsabteilung A3 arbeitet deshalb an dem fliegenden Taxi CityAirbus. Das Taxi soll später elektrisch und autonom fliegen und dabei sowohl einzelne Passagiere transportieren als auch als öffentliches Verkehrsmittel genutzt werden können. Letzteres könnte wie bei Carsharing-Unternehmen funktionieren. „Wir glauben, dass die globale Nachfrage für diese Art der Flieger eine Flotte von Millionen dieser Verkehrsmittel möglich machen könnte“, sagt der Leiter der Forschungsgruppe, Rodin Lyasoff.

Ende 2017 soll es bereits erste Flugtests mit dem neuen Vehikel geben. Hintergrund für die Entwicklung sind dabei auch die stetig fortschreitenden Neuerungen in der Drohnentechnologie. Batterien, Rotoren etc., all das wird bereits heute erfolgreich für Multikopter eingesetzt. 2017 sollen die ersten Testflüge auf dem Campus der National University of Singapure stattfinden. Anfangs soll – für einen schnelleren Markteintritt – ein Pilot die Drohne steuern. Ziel ist es aber, die Taxidrohne autonom fliegen zu lassen.

Über eine App sollen die Passagiere später einen Platz in dem Vehikel buchen können. Die Kosten sollen in etwa so hoch wie eine normale Taxifahrt ausfallen. „Eine Taxifahrt durch eine neue Stadt ist eine nette Erfahrung“, so Marius Bebesel von Airbus. „Aber ein Flug über eine unbekannte Stadt wäre natürlich viel aufregender.“

Die Idee eines quasi fliegenden Taxis ist jedoch nicht neu. Bereits zu Beginn des Jahres stellte das chinesische Unternehmen Ehang seine Drohne vor. Basierend auf Elektromobilität verfügt die Taxidrohne von Ehang über insgesamt acht Rotoren, wobei jeweils zwei übereinander angebracht sind. Ähnlich wie etliche Drohnen, die privat ferngesteuert geflogen werden, verfügt die AAV 184 über ein Fail-Safe-System. Dieses sorgt dafür, dass die Taxidrohne im Fall der Fälle bei Schwierigkeiten sofort zur Landung ansetzt.

Das ist wichtig, denn die Drohne fliegt bis zu 100 km/h auf einer Höhe von bis zu 3.500 Metern und einem Umkreis von 20 Kilometern. Die AAV 184 fliegt autonom, ein Lenkrad im Inneren des Cockpits gibt es nicht. Der Passagier steigt ein, startet eine App und wählt ein Ziel aus. Den Rest erledigt die Taxidrohne selbst.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Hans von Atzigen sagt:

    Ob da die Flut an aktuellen Ideen letztlich
    auch umgesetzt werden und letztlich auch umsetzbar sind
    ist denn doch sehr fraglich.
    Nicht zuletzt auch auf dem Hintergrund der allgemeinen Wirtschaftslage.
    Verkehr ist zudem immer ein Netzwerk.
    Der Focus müsste verstärkt auf die Optimierung der
    Vekerssysteme im Verbund als auch im jeweiligen
    Segment Zb. Distanzen sowie Umfeld gelegt werden.
    Dicht besiedelte Räume ervordern andere Systeme
    als dünn besiedelte.
    Ob da der Lufttransport Zb. in einer Stadt Sinn macht
    ist denn doch fraglich.
    Letztlich entscheidet immer die Wirtschaftlichkeit
    eines Systems. Ist das nicht gegeben hat eine
    wie auch immer gestaltete Idee, keine oder eingeschränkte Chancen.