Schweiz: KMU nutzen Digitalisierung gegen Standortnachteile

Die kleinen und mittleren Unternehmen bewerten die aktuellen Rahmenbedingungen in der Schweiz an und für sich als positiv. Besonders wichtig für diese Einschätzung sind dabei die Mitarbeiter und deren Qualifikation.

Allerdings gibt es auch einige Standortnachteile wie etwa die regulatorischen Rahmenbedingungen und das wirtschaftliche Umfeld. Bei letzterem spielen neben dem starken Franken auch die hohen Erstellungskosten eine wesentliche Rolle. Dazu zählen beispielsweise die Transport, Arbeits- und Produktionskosten.

Um die Standortnachteile zu verringern, setzen die Schweizer KMU vermehrt auf Digitalisierung. „72.3 Prozent der befragten KMU setzen in der Bekämpfung von Standortnachteilen der Schweiz stark bis sehr stark auf diese Maßnahme“, heißt es in der aktuellen KMU-Befragung der Credit Suisse. 77.5 Prozent der Mittelständler gehen davon aus, dass eine sehr starke Nutzung von neusten digitalen Technologien ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöhen kann. Angesichts der beklagten hohen Erstellungskosten wird die Digitalisierung meist genutzt, um Produktionsprozesse zu beschleunigen.

Mit Blick auf die Standortnachteile wird deutlich, dass es bei der Bewertung der Schweiz durchaus eine Rolle spielt, wie groß die befragten Unternehmen sind. Mikrounternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern beurteilen den Standort Schweiz skeptischer als die kleinen und mittleren Unternehmen. Sie sehen zwar den Vorteil der qualifizierten Mitarbeiter, bewerten diese aber nicht als so stark. Dafür wiegen bei den Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern aber die regulatorischen Rahmenbedingungen, das wirtschaftliche Umfeld und die Auslandsverflechtung schwerer.

Mit mehr als einer halben Million Mitarbeiter sind die Schweizer KMU ein wichtiges Standbein für die Schweiz. „Diese Firmen mit weniger als 250 Mitarbeitern stellen mehr als zwei Drittel der hiesigen Arbeitsplätze“, so die Credit Suisse. Insgesamt wurden für die Studie knapp 2.000 mittelständische Unternehmen befragt. 2015 erwirtschafteten die befragten KMU im Schnitt zwei Millionen Franken:

„8.2 Prozent der befragten KMU haben einen Auslandstandort, ein Drittel davon sogar mehrere. Die KMU sind dabei stark auf Europa fokussiert: 82.4 Prozent der KMU mit Auslandstandort haben mindestens einen Ableger in Europa.“

 

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