Österreichs Großhandel verliert an Bedeutung

Die Distanz zwischen den österreichischen Produzenten und den Einzelhändlern ist aufgrund der Digitalisierung immer kleiner geworden. Eine Entwicklung, die beim Großhandel bereits zu spüren ist.

Im vergangenen Jahr sank der Großhandelsumsatz um nominelle 2,6 Prozent, während das BIP Österreichs zulegte. Seit 2010 geht der Großhandelsumsatz preisbereinigt zurück. „Die Branchenkonjunktur hat sich längst von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt“, heißt es in einer Analyse der Bank Austria.

Für 2016 erwartet die Studie ein geringes, nominelles Umsatzplus mit einem Umsatz von etwa 150 Milliarden Euro. In den ersten Monaten des Jahres hatten Preisrückgänge im Rohstoffbereich für einen Umsatzrückgang von nominell einem Prozent gesorgt. Der Großhandel profitierte jedoch von einer verstärkten Nachfrage aus dem Maschinenbereich sowie der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Langfristig könnte die Branche zwar mit neuen, höherwertigen Leistungen die momentanen Einbußen kompensieren, dennoch verliert sie immer stärker an Bedeutung. Neben dem Wettbewerbsdruck spielt auch die bisher große Bedeutung des Rohstoffgroßhandels beim Wachstumsrückgang des Großhandels eine Rolle. Zusammen mit den Agrarprodukten macht der Rohstoffgroßhandel fast die Hälfte des Großhandelsumsatzes aus.

Immerhin gibt es 260 Großhändler, die nur in der Sparte tätig sind. „Grundsätzlich verlieren Energierohstoffe in Österreich wie in vielen industrialisierten Ländern aufgrund der fallenden Energieintensität der Wirtschaft an Bedeutung.“ Und so, wie die Industrie in Österreich tendenziell immer mehr BIP-Wertschöpfung an die Dienstleistungsbranche abgibt, so verliert auch hier der Großhandel auf Dauer wichtige Kunden.

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