Spätkäufen in Berlin droht das Aus

Der Berliner Senat verbietet den kleinen Spätkäufen in Berlin, an Sonntagen insbesondere Alkohol und Tabak zu verkaufen. Der Sonntag ist der umsatzstärkste Tag der Spätkäufe. Den über 1.000 Spätkaufbesitzern, ihren Familien und ihren Angestellten droht die Arbeitslosigkeit. Dabei hat Berlin bereits die zweit-höchste Arbeitslosenquote Deutschlands.

Der Berliner Senat fordert von den Spätkäufen in Berlin, dass sie am Sonntag nur noch zwischen 8.00 und 16.00 Uhr offen haben. Alkohol und Tabak dürfe an diesem Tag überhaupt nicht verkauft werden. Der Senat begründet dies mit einer Änderung des Berliner Landeöffnungsgesetzes aus dem Jahr 2006. Dem Gesetz zufolge sollen an Sonntagen nur Läden öffnen dürfen, deren Sortiment ausschließlich aus Blumen, Zeitungen/Zeitschriften, Backwaren und Milchprodukten besteht. Bis 20 Uhr können Reisebedarf, Stadtpläne, Postkarten, Tabakwaren sowie kleine Snacks verkauft werden, wird in einer Online-Petition, die sich für die Erhaltung der Spätkäufe einsetzt, berichtet.

In der Begründung der Petition heißt es wörtlich: „Und so knöpfen sich die Freunde vom Ordnungsamt immer öfter am Sonntag den Spätkauf um die Ecke vor. Neben hohen Bußgeldern wird auch gerne mit der Schließung gedroht. Dicht machen müssten viele der kleinen Spätis auf jeden Fall, wenn sie sonntags nicht mehr frei verkaufen dürften, weil dies meist der einkommensstärkste Tag in der ganzen Woche ist – denn dann konkurrieren die Kiez-Läden nicht mit den großen Supermarktketten.“

Im gesamten Berliner Raum soll es über 1.000 Spätkäufe geben, die zu einem hohen Anteil von deutsch-türkischen und asiatisch-deutschen Berlinern betrieben werden, berichtet ARTE. An den Geschäften hängt die Existenz von ganzen Familien ab.

Sollten die Spätkäufe geschlossen werden müssen, würde dies die Arbeitslosenquote in Berlin sprunghaft erhöhen. Berlin hat mit einem prozentualen Anteil von 9,7 Prozent die zweithöchste Arbeitslosigkeit in Deutschland, berichtet Statista.

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