AfD mobilisiert Nichtwähler in Mecklenburg-Vorpommern

Die rechtspopulistische AfD hat vor allem Nichtwähler mobilisieren könne. Nach am Sonntag vom ZDF veröffentlichten Daten waren rund 34 Prozent ihrer Wähler 2011 nicht zur Wahl gegangen.

Auch nach Erkenntnissen der ARD konnte die AfD mit 56.000 Wählern deutlich mehr Stimmen aus dem Nichtwähler-Lager als von anderen Parteien mobilisieren. Mit dieser Entwicklung lasse sich auch die von 51,5 Prozent auf rund 60 Prozent gestiegene Wahlbeteiligung erklären, hieß es in beiden Sendern.

Zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen ARD und ZDF jedoch nach vorläufigen Ergebnissen bei der Analyse der Wanderung von Wählern anderer Parteien zur AfD. Nach Untersuchungen des ZDF wechselten bezogen auf die Landtagswahl 2011 mit 17 Prozent die meisten Wähler von der SPD zur AfD , gefolgt von der NPD mit 16 Prozent, der CDU mit 15 Prozent und der Linkspartei mit zwölf Prozent. Mit je drei Prozent zeigten ehemalige Grünen- und FDP-Wähler das geringste Interesse an dem politischen Newcomer, der aus dem Stand mehr als 20 Prozent der Stimmen erhielt.

Die ARD bemisst die Wählerwanderung nicht in Prozenten, sondern in absoluten Zahlen. Hier war die CDU im Gegensatz zu den ZDF-Ergebnissen nach einem Zwischenstand vom Sonntagabend der größte Verlierer mit 23.000 Wählern, die zur rechtspopulistischen Konkurrenz wechselten. Die SPD verlor demnach 16.000 Wähler an die AfD, die Linke 18.000 und die Grünen 3000.

Der ZDF-Erhebung zufolge hielten mit 37 Prozent die meisten Wähler das Thema Arbeitsplätze für das wichtigste Problem im Land. An zweiter Stelle rangierte die Flüchtlingspolitik mit 28 Prozent. Jeder zweite Wähler gab demnach an, die Flüchtlingspolitik sei für seine Stimmabgabe wichtig. Von den AfD-Anhängern gaben 82 Prozent an, dieses Thema sei wichtig. In der ARD-Auswertung hieß es, für 46 Prozent der Wähler habe die Landespolitik die größte Rolle gespielt. Für 36 Prozent sei dagegen die Bundespolitik ausschlaggebend gewesen.

Nach der ZDF-Auswertung glaubten drei von vier Wählern, die Stimmen für die AfD seien ein Denkzettel für die anderen Parteien. Selbst unter den AfD-Anhängern meinen demnach 42 Prozent, die Stimmen für die eigene Partei seien eine Denkzettel-Wahl. Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte sagte im ZDF: „Offenbar bleibt der Protest zur Grenzöffnung unabhängig davon, ob viele Flüchtlinge kommen oder nicht kommen.“ Dies müsse die Union beunruhigen.

Aus Sicht Kortes war die Landtagswahl auch ein Kandidatentest für die Bundestagswahl. Dies gelte sowohl für Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in Mecklenburg-Vorpommern ihren Wahlkreis hat, als auch für SPD-Chef Sigmar Gabriel. Die anderen Parteien hätten es durch Anbiederung nicht geschafft, die Protestbewegung um die AfD kleinzuhalten, sagte Korte. „Das ist – glaube ich – sehr klar erkennbar heute.“

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