Studie: Schweizer Immobilienmarkt kühlt sich ab

Investoren gestiegene Kosten der Regulierung und die Veränderung der Kundenstruktur beachten, um Rendite zu erzielen.

Über zehn Jahre lang haben an den Schweizer Immobilienmärkten schon fast paradiesische Zustände geherrscht: kontinuierlich steigende Preise und Mieten, eine boomende Nachfrage und tiefe Leerstände. Seit einigen Jahren verdichten sich aber die Anzeichen, dass allmählich andere Zeiten anbrechen. Keine allzu düsteren zwar, doch die Früchte hängen nicht mehr gleich tief, und die Renditen fallen den Immobilieninvestoren nicht mehr so einfach in den Schoß.

Tiefe Zinsen und ein moderates reales Einkommensplus bilden 2016 eine grundsätzlich positive Ausgangslage für die Nachfrage nach Wohneigentum. Eine stark dämpfende Wirkung üben dagegen die (Selbst-)Regulierungsmaßnahmen und die damit einhergehenden höheren finanziellen Anforderungen für den Erwerb von Wohneigentum aus. Die Nachfrage wird dabei immer stärker von Personen getragen, die sich in der zweiten Lebenshälfte befinden. Angebot und Nachfrage liegen vielerorts nicht weit auseinander, weshalb die Leerstände 2016 wie schon im Vorjahr nur geringfügig steigen dürften. Der richtige Stresstest am Eigenheimmarkt wird erst folgen, wenn die Zinsen spürbar zu steigen beginnen.

In den USA hat sich die internetgestützte Beteiligung einer großen Menge (Crowd) von Investoren an Immobilienprojekten mit hohen Wachstumsraten etabliert. In Kolumbien wurde das höchste Hochhaus mit Hilfe von 3800 Kleininvestoren realisiert. Vor kurzem sind auch in der Schweiz die ersten beiden Versuche einer Immobilienfinanzierung durch die Crowd erfolgreich zustande gekommen.

Es verwundert daher nicht, dass in den Bau neuer Mietwohnungen investiert wird – und zwar unabhängig davon, was auf der Nachfrageseite passiert. Auch steigende Leerstände halten derzeit Investoren nicht davon ab, Wohnbauprojekte zu entwickeln. Gesundheitsimmobilien sind aus dem Blickwinkel von Immobilienakteuren eines der wenigen verbleibenden Wachstumsfelder.

Auf den Anlagemärkten sind Immobilienanlagen weiterhin die Stars, wogegen auf den Nutzermärkten wachsende Herausforderungen nicht mehr zu übersehen sind. Je länger die Tiefzinsphase andauert, umso anspruchsvoller wird das Marktumfeld.

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