Stahlkonzern Voestalpine will neues Sparpaket schnüren

Voestalpine muss auch weiterhin Einsparungen vornehmen. Das betrifft sowohl Investitionen als auch Arbeitsplätze. Der Geschäftsführer des Konzern ist hinsichtlich der Preisentwicklung für Rohstoffe jedoch zuversichtlich.

Die Schwerindustrie kämpft seit Jahren mit Preisdruck, Überkapazitäten und Billigimporten aus China. Voestalpine macht als Hersteller von Röhrenblechen für Pipelines auch eine maue Nachfrage aus der Ölindustrie zu schaffen. Das bis Ende September laufende traditionell schwache zweite Quartal sollte das Niveau des ersten Quartals erreichen oder auch darüber liegen, kündigte der Firmenchef an.

An den Zielen für das Geschäftsjahr 2016/17 hält Eder fest. Die operative Ergebnisse Ebit und Ebitda sollen etwa stabil bleiben. Unterstützung erwartet Eder, der auch Weltstahlpräsident ist, von steigenden Stahlpreisen. Erstmals seit fünf Jahren würden die Stahlpreise nach dem Sommer nicht einbrechen. ArcelorMittal kündigte laut Eder an, ab dem vierten Quartal die Preise um 40 Euro je Tonne zu erhöhen.

Details für das neue Sparpaket wollte der Voestalpine-Chef noch nicht nennen. Die Gespräche würden voraussichtlich bis in den Februar hinein laufen. „Es ist viel zu früh, irgendwelche Indikationen zu geben. Aber, es gibt immer noch Potenziale, auch wenn man sich das nach acht Jahren durchgängiger Sparprogramme schwer vorstellen kann“. Ein Mitarbeiterabbau sei nicht geplant. Der Konzern beschäftigt gut 48.000 Menschen. Frei werdende Stellen würden jedoch nicht nachbesetzt.

Auch bei den Investitionen will Eder leicht auf die Bremse treten. „In Zukunft werden wir stabil zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro liegen“. Den Fokus will Eder auf den Automobilbereich legen. Die Linzer hatten kürzlich einen 500-Millionen-Dollar-Auftrag eines deutschen Premium-Autobauers an Land gezogen. Voestalpine produziert Bleche für Karosserieteile. Investieren will Eder auch im Eisenbahnbereich, wo der Konzern Weltmarktführer bei Weichen für Hochgeschwindigkeitszüge sei.

Für Zukäufe will der Manager künftig jährlich 200 bis 300 Millionen Euro ausgeben. „Das Problem im Moment ist, dass Geld ja grenzenlos zur Verfügung steht, und wir sind nicht bereit, utopische Kaufpreise zu bezahlen. Im Moment hat man als strategischer Investor gegen Finanzinvestoren kaum eine Chance“.

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