150 Millionen Euro für deutsche Milchbauern

Deutschlands Milchbauern können ab Dienstag finanzielle Unterstützung aus dem zweiten EU-Hilfspaket beantragen. Für jeden Liter Milch, den sie im Vergleich zu einem bestimmten Zeitraum weniger produzieren, bekommen sie 14 Cent Beihilfe, wie Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in Berlin mitteilte.

Insgesamt stehen 150 Millionen Euro zur Verfügung – das Geld reicht laut Ministerium für 1,07 Millionen Tonnen Milch.

Es gibt vier Antragsrunden, wie Schmidt erläuterte. Die erste Antragsrunde läuft bis zum 21. September; die Anträge gelten für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2016. Der Vergleichszeitraum für die Milchmenge ist das letzte Quartal 2015.

Nach Auslaufen der Milchquote in der EU vor rund eineinhalb Jahren wird zurzeit zu viel Milch in Europa produziert. Das drückt die Preise. Viele Milchbauern kämpfen um ihre Existenz.

„Staatliche Hilfen müssen Impulse für eine Lösung der Krise beitragen“, erklärte Schmidt. „Wir brauchen weniger Milch für bessere Preise.“ Es sei aber Aufgabe der Milchwirtschaft, zukunftsfähige Marktstrukturen mit einer besseren Abstimmung zwischen den Absatzmöglichkeiten für die Milcherzeugnisse und dem auf die Molkereien zukommenden Milchangebot zu schaffen. Die Bundesregierung unterstütze die Wirtschaft bei den notwendigen Reformen.

Schmidt warnte: „Ohne Strukturanpassungen läuft die Branche sehenden Auges in die nächste Krise.“ Für Donnerstag habe er die Marktbeteiligten eingeladen, um sich über Fortschritte bei diesen Strukturverbesserungen berichten zu lassen.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Wilhelm sagt:

    Der Artikel informiert nur unvollständig über das EU-Zuschussprogramm. Das Programm enthält auch noch eine weitere Maßnahme: Weitere 350 Millionen Euro werden den Bauern für „außergewöhnliche Anpassungsmaßnahmen“ (was immer das auch ist) zur verfügung gestellt.

    Also: Der Rubel rollt weiter für einen Wirtschaftszweig, der glaubt, dass für ihn die Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage keine Gültigkeit haben dürfen.