Infineon-Rivale Renesas schluckt US-Firma Intersil

Die Absatzflaute bei Computern und Smartphones hat erneut eine milliardenschwere Übernahme in der Chipindustrie angestoßen. Um die florierende Autosparte zu stärken, kauft der japanische Infineon -Konkurrent Renesas Electronics für 3,2 Milliarden Dollar in bar den US-Rivalen Intersil.

Der Preis sei fast am obereren Limit gewesen, sagte Renesas-Chef Bunsei Kure. Dennoch werde nach weiteren Zukaufsoptionen Ausschau gehalten. Die Akquisition soll bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Intersil hat Halbleiter für die Autobranche im Programm, wie etwa Chips zur Steuerung von Batterien in elektrischen und gemischt angetriebenen Fahrzeugen, berichtet das Handelsblatt. Renesas erziele bereits fast die Hälfte des Umsatzes mit Kunden aus dem Autobau, bei Infineon seien es zuletzt gut 40 Prozent gewesen.

Das US-Unternehmen setzte laut heise im Jahr 2015 rund 522 Millionen US-Dollar um, vorwiegend mit Analog-ICs und ICs für die Stromversorgung elektronischer Geräte, also mit Power-Managament-ICs (PMICs). Diese Produkte sollen nun die Stärken von Renesas ergänzen, nämlich Mikrocontroller und Systems-on-Chip (SoCs).

Seit rund zwei Jahren rollt eine Übernahmewelle durch die Branche. Weil die traditionellen Standbeine der Chipindustrie – Computer und Smartphones – schwächeln, ist das Ziel immer öfter die Autoelektronikbranche. Hier möchten die Chipkonzerne bei Automatisierung und Elektrifizierung mitmischen und vor allem den Anteil der verbauten Chips deutlich steigern. Zudem versuchen die Konzerne durch Zusammenschlüsse die Kosten zu senken, um so im Preiskampf besser gewappnet zu sein, so Reuters.

Im Rennen um Intersil setzte sich Renesas Insidern zufolge gegen den US-Rivalen Maxim Integrated Products durch. Auch der deutsche Anbieter Infineon hatte vor kurzem einen US-Chiphersteller übernommen, um seine Position als Zulieferer für Elektro-Autos zu stärken. Berichten zufolge hatte Infineon Ende vergangenen Jahres auch ein Auge auf Renesas geworfen. Die Japaner waren zum Jahresende weltweit der drittgrößte Halbleiter-Hersteller mit einem Marktanteil von 9,1 Prozent, wie aus Daten des Marktforschers Gartner hervorgeht.

In den USA hatte sich zuletzt das Chipunternehmen Analog Devices den heimischen Konkurrenten Linear Technology für knapp 15 Milliarden Dollar einverleibt. Der japanische Telekomkonzern SoftBank lässt sich den erfolgreichen britischen Chipentwickler ARM sogar umgerechnet 29 Milliarden Euro kosten.

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