Sparkassen: Deutscher Mittelstand robuster als vor der Finanzkrise

Die mittelständischen Unternehmen sind nach einer Analyse des Sparkassenverbandes DSGV stabil und für die Zukunft gerüstet. Die jährliche Auswertung der Bilanzen zeige, dass die rund drei Millionen Mittelstandsfirmen inzwischen sogar robuster aufgestellt seien als vor der Finanzkrise im Jahr 2008.

Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland sind stabil und absolut zukunftsfähig aufgestellt. Wachsende Umsätze, beeindruckende Eigenkapitalquoten und moderat steigende Investitionen quer durch alle Branchen sind das Ergebnis des Mittelstands-Fitnessindexes, den der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) heute in Berlin erstmals vorgestellt hat

„Der Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist kerngesund“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, am Dienstag in Berlin. Mit 100,8 Punkten liege der Index-Wert inzwischen deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. „Der hohe Indexwert zeigt, dass die Unternehmen in ihrer Breite die gute Ertragslage der vergangenen Jahre sinnvoll genutzt haben. Wir sehen im Mittelstand eine kontinuierliche Investitionstätigkeit sowohl in Personal als auch in Anlagen“, so Fahrenschon. Daneben werde das Kapital effizient eingesetzt und weiter konsequent Rücklagen gebildet, heißt es in der dazugehörigen Mitteilung. „Das alles wirkt sich positiv auf die finanzielle Stabilität der Unternehmen aus.“

Für seinen „S-Mittelstands-Fitnessindex“ hat der DSGV nach eigenen Angaben Bilanzdaten von rund 300 000 mittelständischen Betrieben mit einem Jahresumsatz von bis zu 250 Millionen Euro ausgewertet. Danach sei 2017 über alle Branchen hinweg ein durchschnittliches Umsatzwachstum von knapp siebn Prozent erreichbar – nach 6,0 Prozent im Jahr 2016. Die Umsatzrendite – das Betriebsergebnis im Verhältnis zum Umsatz – dürfte den Angaben zufolge 2017 bei 4,7 Prozent liegen nach 4,9 Prozent in diesem Jahr. Die Eigenkapitalquote bewege sich weiter bei knapp 40 Prozent, so die dpa.

Fahrenschon machte deutlich, dass die Dynamik des mittelständischen Wachstums aktuell eher auf der positiven Entwicklung der Binnenwirtschaft resultiere. Die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt sorge für steigende Reallöhne und eine Rekordbeschäftigung.

Dies seien gute Voraussetzungen, um die umfangreichen Herausforderungen der kommenden Jahre erfolgreich zu meistern. Industrie 4.0, autonomes Fahren, Big Data und der demographische Faktor seien Ausdruck des stetigen Wandels, dem die mittelständischen Betriebe unterworfen seien.

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