Springer-Verlag steigt in Bankenbranche ein

Die Deutsche Bank und der Axel Springer Verlag fördern künftig gemeinsam junge Technologieunternehmen aus der Banken- und Versicherungsbranche.

Die Deutsche Bank will sich nicht durch Fintechs und Digitalisierung abhängen lassen. (Foto: Deutsche Bank)

Die Deutsche Bank will sich nicht durch Fintechs und Digitalisierung abhängen lassen. (Foto: Deutsche Bank)

„Mit Axel Springer Plug and Play haben wir den richtigen Partner, um in ganz Europa die besten digitalen Startups zu finden“, sagt Markus Pertlwieser, Digitalchef (Chief Digital Officer, CDO) im Unternehmensbereich Privat-, Vermögens- und Firmenkunden der Deutschen Bank. „Für uns ist das ein strategischer Schritt, um unser Kerngeschäft schneller zu digitalisieren und in neue digitale Geschäftsmodelle zu investieren.“ Axel Springer betonte, mit dem Institut gewinne der Verlag neue Expertise und Förderkraft.

„Der Fin- und InsurTech-Bereich entwickelt sich rasant“, sagte Jörg Rheinboldt, Geschäftsführer von Axel Springer Plug and Play. Innovative Startups wüchsen stark und veränderten damit das Nutzerverhalten nachhaltig. „Unser Accelerator-Programm hat bewiesen, dass wir auch in diesen Segmenten in der Lage sind, erfolgreiche Gründerteams und Geschäftsmodelle frühzeitig zu erkennen und bei ihrem Wachstum zu unterstützen. Mit der Deutschen Bank als Partner gewinnen wir zusätzliche Expertise und Förderkraft, um darauf zielgerichtet aufzubauen. Wir freuen uns sehr darüber, Startups in Zukunft gemeinsam noch besser unterstützen zu können.“

Die Deutsche Bank ist bereits Partner von Axel Springer Plug and Play, einem Gemeinschaftsunternehmen des Berliner Verlags mit dem Plug and Play Tech Center, einer Start-up-Plattform in Kalifornien. Nun erhält das Geldhaus Sitz und Stimme im Auswahlgremium des Start-up-Förderers und begleitet ausgewählte Firmen zusammen mit Axel Springer. Die Start-ups erhalten je 25 000 Euro Startkapital.

Mit der Digitalisierung stehen beide Konzerne unter Druck, neue Geschäftsfelder zu erschließen. So entstehen in der Finanzwelt immer mehr Start-ups, die mit digitalen Anwendungen Banken Konkurrenz machen. Geldhäuser verbünden sich daher zunehmend mit Wachstumsfirmen oder fördern solche selbst. Verlage müssen ferner neue Wege gehen, um abseits gedruckter Medien Geld zu verdienen. Axel Springer investiert deshalb seit Jahren in Online-Geschäfte, etwa in Karriere- und Vergleichsportale. Axel Springer Plug and Play hat bereits in 86 Wachstumsfirmen investiert.

Viele Firmen, die innovative Finanzdienstleistungen anbieten, sind in den vergangenen Jahren in der Schweiz entstanden. Dies geht aus einer kürzlich veröffentlichten Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug hervor. Demnach hat sich die Zahl sogenannter „FinTechs“ – also Firmen, welche Finanzdienstleistungen über digitale Kanäle wie Apps anbieten – seit 2010 von 24 auf 162 erhöht. Hinter dieser Zahl stehen neu gegründete Start-ups ebenso wie Banken und Technologieunternehmen, die dem Trend zum digitalen Banking folgen.

Auch etablierte Schweizer Geldhäuser haben deshalb Interesse an dem neuen Trend angemeldet. Im März hatte die UBS eine App zur digitalen Kontoführung vorgestellt, bei der sich der Kunde mit seinem Berater über einen Videochat austauscht. Zuvor hatte auch die Bank Valiant in Zusammenarbeit mit der Swisscom ein Pilotprojekt lanciert.

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