Kaiser’s-Tengelmann-Krise: Mitarbeiter kündigen Proteste an

Einige Mitarbeiter der Lebensmittelkette Kaiser's Tengelmann wollen in dieser Woche mit Aktionen auf den drohenden Verlust ihrer Arbeitsplätze aufmerksam machen. Das geht aus einer Mitteilung einer selbstorganisierten Gruppe vom Sonntagabend hervor.

Nach dem Scheitern der Fusion mit Edeka muss Kaiser's Tengelmann kämpfen. . (Foto: Flickr/Fruitnet.com/CC BY 2.0)

Nach dem Scheitern der Fusion mit Edeka muss Kaiser’s Tengelmann kämpfen. . (Foto: Flickr/Fruitnet.com/CC BY 2.0)

Details nannten die Veranstalter nicht. Tengelmann-Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi planen allerdings derzeit keine eigenen Proteste, wie Sprecher am Montag in Düsseldorf sagten. Nach Angaben des lokalen Betriebsrates im rheinland-pfälzischen Nieder-Olm gibt es einzelne Mitarbeiter, die in der Region auf eigene Faust Protestaktionen planten.

Kaiser’s Tengelmann droht die Zerschlagung. Dutzende Filialen sollen zur Schließung anstehen. Vor allem Nordrhein-Westfalen würde es hart treffen: 3000 der 4000 Mitarbeiter dort müssten wohl gehen, hatte eine mit der Sache vertraute Person am Sonntag gesagt. Beraten wird der Plan am kommenden Freitag vom Aufsichtsrat.

Grund für die Misere ist die festgefahrene Fusion von Kaiser’s Tengelmann mit dem Marktführer Edeka. Der Zusammenschluss liegt derzeit auf Eis und wird vor Gericht geklärt. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte mit einer Ministererlaubnis den Weg für die vom Kartellamt untersagte Fusion zwar wieder frei gemacht. Doch das Oberlandesgericht Düsseldorf kassierte diese Erlaubnis wieder ein, nachdem Wettbewerber wie Rewe dagegen vorgegangen waren. Edeka und Gabriel sind anschließend vor den Bundesgerichtshof (BGH) gezogen. Der will am 15. November eine erste Entscheidung treffen.

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