Steuerzahler muss Deutsche Bahn mit Milliarden retten

Die angeschlagene Deutsche Bahn bekommt eine Milliarden-Geldspritze aus dem Bundeshaushalt. In den kommenden vier Jahren sollen dem Staatsunternehmen 2,4 Milliarden Euro zusätzlich zufließen, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums

Die Deutsche Bahn hat ein kostspieligies Sanierungskonzept zu bewältigen. (Foto: Andreas Gebert dpa)

Die Deutsche Bahn hat ein kostspieligies Sanierungskonzept zu bewältigen. (Foto: Andreas Gebert dpa)

Dies sei mit Finanzminister Wolfgang Schäuble abgestimmt. Demnach soll ab 2017 die Bahn nur noch 600 Millionen Euro Dividende anstelle der eigentlich vereinbarten 950 Millionen Euro an den Bund zahlen. Die Dividende fließt seit einigen Jahren nach einer Vereinbarung für Investitionen ins Schienennetz an den Staatskonzern zurück. Die über vier Jahre dann fehlenden insgesamt 1,4 Milliarden Euro schießt aber jetzt der Bund zu. Zudem soll in diesem oder dem nächsten Jahr die Bahn eine weitere Milliarde Euro aus Steuergeld bekommen, um ihr Eigenkapital zu stärken.

Die Bahn hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von über einer Milliarde Euro ausgewiesen und kommt auch in diesem Jahr nur schwer in Schwung. Sie leidet unter anderem unter den Verlusten ihrer Güterbahn und im Fernverkehr unter der Konkurrenz der Fernbusse. Daher kann das Unternehmen seine Investitionen nicht mehr aus eigener Tasche bezahlen und muss immer mehr Kredite aufnehmen. Der Schuldenberg beträgt inzwischen fast 20 Milliarden Euro. Die Kreditwürdigkeit steht daher unter Beobachtung der Ratingagenturen. Das Unternehmen müsste bei einer weiteren Herabstufung der Bonität mit höheren Zinszahlungen rechnen. Das soll mit der Kapitalspritze verhindert werden.

Kommentare

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  1. Norimann sagt:

    Die Bahn dürfte niemals aus den Verlusten rauskommen.
    Nach Fernbussen, kommt ca. 2021 der nächster großer Rückschlag für die Bahn.
    Selbstfahrende elektrische Autos in Carsharing Systemen (z.B. UBER), die der Kunde via App individuell bis vor die Haustür bestellt.
    Kombiniert mit Mitfahrzentralen Prinzip, dürften es unschlagbar preiswert werden, bei hohen Komfort.
    Durch sehr starken Wettbewerb bei selbstfahrenden und elektrischen Autos, könnte der harter Wettbewerb die Kosten unter 20 % der Taxipreise drücken…
    Wer fährt dann noch Bahn? (Wahrscheinlich nur die, die sich die ultra- schnellen ICE Strecken benötigen, und sich diese leisten können)
    Aber auch selbstfahrende elektrische Fernbusse werden kommen, die Flixbus ohne Personalkosten für Fahrer nutzen wird.

  2. Schmeiichler sagt:

    Erst steckt der Steuerzahler mehr Geld rein und dann wird die Bahn am Aktienmarkt für weniger verhökert, als der Steuerzahler reingesteckt hat. Wieso denke ich jetzt an die Treuhand???

  3. Ahorn sagt:

    Die Bahn- Verluste könnten sich minimieren durch:
    Nachdem die Bahn Großteil ihre Fernbusse zeitnahe an Flixbus abgeben will, entstehen nur Vorteile für Bahn:
    1. Kein weiterer Verlust durch Fernbussen für die Bahn.
    2. Flixbus wird mit ca. 90 % Marktanteile Monopolist, und kann Preise erhöhen.
    3. Bahn hat dabei den größten Vorteil, weil teurere Fernbussreisen der Bahn weniger Konkurrenz machen und weniger die Preise drücken…

    Abgabe der Bahn- Fernbusse an Flixbus ist also eine strategisch sehr kluge Entscheidung.
    Es nutzt der Bahn und auch Flixbus!
    Aber die Verbraucher werden es ausbaden, durch steigende Preise.
    Eine kleine Chance gibt es aber noch: wenn das Kartellamt die Abgabe der Bahn- Fernbusse an Flixbus untersagt…
    Flixbus könnte es aber mit einen Strohmann- Käufer indirekt umgehen… (z.B. mit ausländischen Partner oder Hausbank)