Deutsches Wachstum schwächt sich ab

Die deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo im September überraschend verringert. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft fiel um 0,6 Punkte auf 52,7 Zähler.

Dies ist ein 16-Monatstief. „Der deutsche Aufschwung hat im September weiter an Dynamik verloren“, sagte Markit-Experte Oliver Kolodseike. „Der Zuwachs an Neu- und Folgeaufträgen blieb alles in allem ausgesprochen dürftig und fiel niedriger aus als zum Jahreswechsel 2015/2016.“ Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 53,4 Punkte gerechnet. Die Dienstleister halten sich nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten: Das Barometer für diesen Sektor fiel auf 50,6 von 51,7 Zählern im August. Die Industrie legte hingegen zu: Der Einkaufsmanagerindex stieg um 0,7 auf 54,3 Punkte.

Der Markit-Experte geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal weiter gewachsen ist, jedoch an Fahrt verloren hat. „Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die Wachstumsrate von 0,7 Prozent vom Jahresanfang noch einmal erreicht wird.“

Darüber hinaus kämpfen die Unternehmen weiter mit steigenden Kosten. Diese sind zum fünften Ma hintereinander „einer der höchsten Raten seit über einem Jahr“ gestiegen. Höhere Ausgaben für Löhne und Gehälter sowie die Verteuerung einiger Rohstoffe haben dazu beigetragen: „Da die gestiegenen Kosten von etlichen Firmen beider Sektoren in Form höherer Verkaufs- bzw. Angebotspreise an die Kunden weitergegeben wurden, legten die Verkaufspreis insgesamt so stark zu wie zuletzt im Januar 2014.“

 

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