EZB senkt Rezessionsrisiko in Deutschland

Das Rezessionsrisiko für die deutsche Wirtschaft hat weiter abgenommen. Der entsprechende Indikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung sank von 20,9 Prozent auf 19,7 Prozent.

Damit zeigt der IMK-Indikator für September bis Ende November eine „mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit“. Erst ab einem Wert von 30 Prozent besteht eine Rezessionsgefahr.“ Unter einer Rezession wird in diesem Zusammenhang ein nennenswerter Rückgang der Industrieproduktion verstanden“, so das IMK.

Das Spektrum möglicher Rezessionen reiche dabei von einem tiefen Einbruch der Produktion um mindestens 1 Prozent für fünf Monate bis zu einem deutlich schwächeren Rückgang von 0,5 Prozent, der dann aber zehn Monate anhalten muss.

So haben sich zwar aktuell die Stimmungsindikatoren eingetrübt und die Inlandsaufträge sind zurückgegangen, doch die Aufträge aus dem Ausland sind dem IMK-Experten Peter Hohlfeld zufolge gestiegen. Darüber hinaus sank die Zinsdifferenz zwischen den deutschen Staatsanleihen und den Unternehmensanleihen.

Diese Annäherung wird als eine Aufhellung der Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen gewertet. Allerdings ist dies vor allem auf die Geldpolitik der EZB zurückzuführen. Diese kauft seit Juni vermehrt Unternehmensanleihen am Markt. Insgesamt sollen bis mindestens März noch 80 weitere Milliarden Euro in Staats- und Unternehmensanleihen von Seiten der EZB investiert werden.

In ihrer aktuellen Prognose rechnet das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung mit einem BIP-Wachstum von 1,6 Prozent in diesem Jahr und 1,3 Prozent im kommenden Jahr. Außerdem wird ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7,9 Prozent erwartet.

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