Schweizer sind Spitzenreiter der Kapitalisierung

Ein Großteil des Schweizer BIP wird von kleinen und mittelständischen Unternehmen generiert. Doch die Wichtigkeit großer Konzerne ist mit dem Blick auf deren weltweite Vernetzung und deren Börsenwert immens. Immerhin tragen sie fast 40 Prozent zum gesamten Unternehmenssteuerertrag bei.

„Relativ zum BIP befindet sich die Schweiz mit einer Börsenkapitalisierung von über 200 Prozent unter den Top 5“, sagt Tibère Adler vom Think Tank Avenir Suisse. Insgesamt stieg die Börsenkapitalisierung der kotierten Unternehmen von 400 Milliarden US-Dollar im Jahr 1995 auf mittlerweile 1.519 Milliarden US-Dollar. Damit haben die Schweizer Unternehmen eine 15mal größere Börsenkapitalisierung als Österreich. Auch Singapur und Australien hängen sie deutlich ab und befinden sich nur knapp hinter Deutschland mit 1.716 Milliarden US-Dollar.

Damit spielen sie in der gleichen Kategorie wie Indien und Kanada. Die USA sind mit 25.068 Milliarden US-Dollar weiterhin absoluter Spitzenreiter. Gemessen am BIP hat sich der Wert der an der Schweizer Börse kotierten Unternehmen in den vergangenen 10 Jahren sogar nahezu verdoppelt. Mehr Wachstum gemessen am BIP erreichten nur Südafrika und Hongkong. Die starke Aufwertung des Frankens hat den Börsenwert noch zusätzlich erhöht.

Ähnlich positive Ausblicke zeigen auch Daten von Ernst & Young. Demnach rangierte Roche in den weltweiten Top 300 der teuersten Unternehmen der Welt auf Rang 13. Nestle und Novartis folgten auf Rang 14 und 16 (Stand 12/2016). Insgesamt 11 Schweizer Unternehmen sind in den Top 300 zu finden. Syngenta erreicht als letztes Schweizer Unternehmen Rang 286, mit einer Marktkapitalisierung von 36,826 Milliarden US-Dollar.

Ein weiterer Faktor, der zeigt, wie bedeutend große Unternehmen sind, sind die von ihnen getätigten Direktinvestitionen. Lagen die Direktinvestition von Schweizer Firmen im Ausland 1995 noch bei 41 Prozent des BIP, haben sie mittlerweile (2014) 158 Prozent erreicht. „Eine von der NZZ zusammen mit der UBS 2015 durchgeführte Untersuchung ergab, dass die Aktien der 30 größten Schweizer Unternehmen zu überwältigenden 82 Prozent in ausländischer Hand sind.“

Wie attraktiv die Schweiz weiterhin ist, zeigt sich jedoch nicht nur bei den großen multinationalen Unternehmen. Der Anteil der stark wachsenden Unternehmen liegt in der Schweiz bei gut 3,5 Prozent. Schweden, Großbritannien oder Israel sind mit Anteilen zwischen 4,0 und 5,5 Prozent nicht weit von der Schweiz entfernt. Vor allem im Dienstleistungsbereich positionieren sich die meisten stark wachsenden Unternehmen. Pro Einwohner liegt die Zahl wachstumsstarker Unternehmen in der Schweiz sogar deutlich über den meisten Vergleichsländern. So kommen auf 100.000 Einwohner in der Schweiz rund 400 stark wachsende Unternehmen.

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